"Was alle angeht, soll von allen entschieden werden"

Bischof Bätzing für mehr Beteiligung von katholischen Laien

Veröffentlicht am 15.04.2026 um 12:00 Uhr – Lesedauer: 

Frankfurt ‐ Kirche im Umbruch: Die klassische Volkskirche gibt es nach Ansicht von Bischof Georg Bätzing nicht mehr. Für die Zukunft brauche es einen Wandel in kirchlichen Strukturen.

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Ohne echte Beteiligung der Gläubigen hat die katholische Kirche laut dem ehemaligen Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz (DBK) keine Zukunft. "Synodalität ist Beteiligung als echte Partizipation, ist Transparenz, ist Rechenschaft, ist gemeinsame Beratung und Entscheidung", sagte der Limburger Bischof Georg Bätzing am Dienstagabend im Frankfurter Presse Club. "Das, was alle angeht, soll von allen entschieden werden", so Bätzing weiter.

Die finale Entscheidungsverantwortung der Bischöfe in der katholischen Kirche sieht Bätzing nicht als Hindernis für gemeinsame Beratung von Laien und Klerikern. Im Bistum Limburg habe sich dieses Modell bewährt: "Ich habe noch nie einen Beschluss nicht angenommen – weil ich Teil der Diskussion bin."

Der Bischof erklärte zudem, der strukturelle und inhaltliche Wandel in der Kirche werde sich in Zukunft weiter beschleunigen. "Die Volkskirche, wie wir sie kennen, gibt es nicht mehr." Sein Bistum habe zuletzt etwa eine Reduktion des Haushalts um rund 30 Prozent verzeichnet. Darin sieht Bätzing aber auch eine Möglichkeit zur Konzentration auf den Kernauftrag: "Wir müssen uns künftig stärker darum kümmern, dass das christliche Zeugnis in einer säkularen Welt verständlich zu Gehör gebracht wird." (KNA)