Finanznot des Ettaler Klostergymnasiums – Kreistag gewährt Zuschuss
Aufatmen im oberbayerischen Kloster Ettal: Der Kreistag Garmisch-Partenkirchen hat in dieser Woche einen freiwilligen Zuschuss in Höhe von 40 Prozent des Gastschulbetrags für das in Finanznot geratene Benediktiner-Gymnasium gewährt, wie der Cellerar des Ordens, Pater Johannes Bauer, der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) bestätigte. Der Beschluss gelte für das laufende Jahr und sei keine Dauersubvention. Zuerst hatte der "Münchner Merkur" über die Finanzspritze in Höhe von 90.870 Euro berichtet.
Vor wenigen Wochen war bekannt geworden, dass sich der Schulbetrieb des renommierten Gymnasiums als zunehmend defizitär erweise. Zuletzt sei jährlich ein Minus von 450.000 bis 500.000 Euro angefallen. Dieses nur mit klösterlichen Mitteln zu subventionieren, sei nicht möglich, so der Cellerar. Die katholische Privatschule werde zwar nach dem Bayerischen Schulfinanzierungsgesetz gefördert; unmittelbaren Anspruch auf eine Zuwendung aus dem Landkreis habe sie indes genauso wenig wie auf Kirchensteuermittel.
Der Betrieb finanziere sich durch freiwillige Zuschüsse unter anderem der Erzdiözese München und Freising sowie aus privatem Schulgeld, erläuterte der Ordensmann. Trotz des nun gewährten Zuschusses sei die Lücke nicht komplett gestopft. "Natürlich müssen wir als Schulträger da neue Wege finden. Das tun wir bereits." Auch die Eltern seien dafür bereit. Vom Kloster werde erwartet, die Kosten zu senken beziehungsweise die Einnahmen zu erhöhen.
Gespräche mit Münchner Erzdiözese geplant
Der Pater erklärte, dass sich der Orden derzeit in alle Richtungen orientiere. So seien unter anderem Gespräche mit der Münchner Erzdiözese geplant. Erst aber wolle man selbst Überlegungen in Zusammenarbeit mit dem Lehrerkollegium und der Elternschaft anstellen.
Das in der Säkularisation Anfang des 19. Jahrhunderts aufgelöste Kloster war 1900 wiederbegründet worden. Auf Verlangen der damaligen königlich-bayerischen Regierung sollte dort eine Lateinschule errichtet werden. Im laufenden Schuljahr besuchen 242 Schülerinnen und Schüler das Gymnasium.
Hauptkostenfaktor sind laut Orden die Personalkosten. In den vergangenen Jahren sei der Anteil der selbst als Lehrer ausgebildeten Benediktiner deutlich zurückgegangen. Derzeit könnten durch Mitbrüder nur noch gut 3 der 30 Lehrkräfte gestellt werden, von denen zwei in Teilzeit arbeiteten, so Bauer. Dazu kämen die allgemeinen Kostensteigerungen bei Energie oder Instandhaltung sowie Personalkosten für Angestellte wie Sekretärinnen, Hausmeister oder Reinigungskräfte. (KNA)
