Kurienkardinal Kurt Koch spricht zur Christenverfolgung

Es gibt eine "Ökumene des Blutes"

Aktualisiert am 17.11.2015  –  Lesedauer: 
Es gibt eine "Ökumene des Blutes"
Bild: © KNA
Christenverfolgung

Schwäbisch Gmünd ‐ Es gibt eine "Ökumene der Märtyrer", sagt der Schweizer Kurienkardinal Kurt Koch. Christen seien die am stärksten verfolgte Gruppe weltweit, unabhängig von ihrer Konfession. Verwunderlich sei, weshalb Märtyrer als ein Thema der Vergangenheit gelten.

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Der Kardinal kritisierte, im Bewusstsein der meisten Menschen seien Christenverfolgung und Martyrium "Themen der Vergangenheit". Dabei habe es wohl in keinem Jahrhundert so viele Märtyrer gegeben wie im 20. Auch heute werde die Kirche wieder zur "Kirche der Märtyrer". Als ein Beispiel nannte Koch die "satanische Terrororganisation" Islamischer Staat (IS).

Für Koch stellt sich die Frage, wie lange die politisch Verantwortlichen noch zusehen wollten, dass heute beispielsweise in Syrien und Irak uralte Kulturen zerstört würden. Der Kardinal erinnerte dabei auch an das Schicksal der vom Islamischen Staat verfolgten Jesiden. Er betonte, Nachfolge Jesu könne für Christen auch immer das eigene Martyrium einschließen.

Märtyrer halten Gemeinschaft aufrecht

Nach Kochs Worten besteht heute eine "Ökumene des Bluts". Für Verfolger mache es keinen Unterschied, ob Christen etwa Katholiken, Protestanten, Anglikaner oder Orthodoxe seien. Es liege nahe, von einer "Ökumene der Märtyrer" zu sprechen. Diese "standfesten Glaubenszeugen" hielten die Gemeinschaft der Christen in einer tieferen Form aufrecht. Märtyrer seien "die mit Blut geschriebenen Archive der Wahrheit". (KNA)

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