Kunigunde: Kaiserin und Nonne
Gedenktag: 3. März

Kunigunde: Kaiserin und Nonne

Kunigunde gilt als Gründerin des Bistums Bamberg und wird dort besonders verehrt. Gemeinsam mit ihrem Ehemann Kaiser Heinrich II. fand sie im Bamberger Dom ihre letzte Ruhestätte. Der Gedenktag der Heiligen ist der 3. März.

Von Margret Nußbaum |  Bonn - 03.03.2020

Ihr genaues Geburtsdatum ist nicht überliefert. Um 980 herum kam Kunigunde als Tochter des Grafen Siegfried von Lützenberg im heutigen Luxemburg zur Welt. Schon als Kind und Jugendliche war sie sehr fromm und beschloss, jungfräulich zu leben. Als der bayerische Herzog Heinrich um sie warb, fügte Kunigunde sich dem Wunsch ihrer Eltern und stimmte der Hochzeit zu. Der Überlieferung nach offenbarte sie sich gegenüber ihrem Verlobten, worauf dieser ebenfalls das Keuschheitsgelübde abgelegt haben soll. Heinrich und seine Gemahlin führten demnach eine so genannte Josephsehe. So nannte die Kirche Verbindungen, in denen Mann und Frau wie Bruder und Schwester zusammen lebten.

Über glühende Pflugscharen

Kunigunde hatte jedoch auch Neider. Die Gerüchteküche brodelte. Und man bezichtigte sie schließlich der ehelichen Untreue. Heinrich kümmerte sich zunächst nicht um das Geschwätz. Als die Gerüchte immer mehr zunahmen, bat Kunigunde den Ehemann nach, ihre Unschuld durch ein Gottesurteil beweisen zu dürfen. Heinrich lehnte zunächst ab, gab dann aber dem Drängen seiner Frau nach.

Gedenktag: 3. März (Heinrich und Kunigunde: 13. Juli)

Patronin der schwangeren Frauen und der kranken Kinder; des Bistums Bamberg. Attribute: Kirchenmodell, Nonne mit Buch, Witwenschleier, Pflugschar.

Laut Legende ließ Kunigunde daraufhin im Beisein des Volkes glühende Pflugscharen herbeischaffen. Nach inständigem Beten bekreuzigte sie sich und ging mit nackten Füßen über das glühende Eisen, ohne sich dabei auch nur im Geringsten zu verletzen. Kunigunde kniete nieder und dankte Gott. Ihr Mann Heinrich war erbost über die Verleumdungen gegen seine Frau und wollte die Übeltäter bestrafen. Doch Kunigunde bat ihn, Milde walten zu lassen.

Gründerin des Bistums Bamberg

Im Jahr 1002 wurde Heinrich in Mainz zum König und Kunigunde wenig später in Paderborn zur Königin gekrönt. Die Krönung zum Kaiserpaar folgte im Jahr 1014 in Rom durch Papst Benedikt VIII. Doch Kunigunde lebte auch als Kaiserin einfach. Nur bei offiziellen Anlässen sah man sie in prunkvollen Gewändern an der Seite ihres Mannes. Ansonsten widmete sie ihr Leben karitativen Aufgaben. Aus eigenen Mitteln unterstützte sie Arme und Kranke. Auch die Weiterentwicklung des geistlichen Lebens lag ihr am Herzen.

So war Kunigunde mitverantwortlich für die Reform der deutschen Benediktiner-Klöster, die vom französischen Kloster Cluny ausging. Zur Reform gehörten unter anderen die strenge Auslegung der Regel des Heiligen Benedikt sowie das tägliche Feiern mehrerer Gottesdienste. Durch Schenkungen ermöglichte Kunigunde im Jahr 1007 die Gründung des Bistums Bamberg. Schon vorher wurde mit dem Bau des Doms begonnen. Auch außerhalb der Bistumsgrenzen zeigte sich das Kaiserpaar großzügig.

Klostergründung und Leben als Nonne

Zehn Jahre später gründete Kunigunde das Benediktinerinnenkloster Kaufungen bei Kassel. Äbtissin wurde ihre Nichte Jutta, die von der Tante großgezogen worden war. Nach dem Tode Heinrichs  führte Kunigunde mit Unterstützung ihrer Brüder die Regierungsgeschäfte bis zur Wahl eines neuen Königs weiter. Anschließend zog sie mit ihrem ganzen Hofstaat ins Kloster Kaufungen ein, führte fortan das Leben einer Nonne und starb am 3. März 1040 (oder 1033).

Ein Paar mit kaiserlichen Herrschaftssymbolen liegt als Mamrmor-Relief auf einem Grab. Es handelt sich um das Kaisergrab im Bamberger Dom.
Bild: © KNA

Das marmorne Kaisergrab von Tilman Riemenschneider (1460-1531) zeigt Kunigunde mit ihrem Gatten Heinrich II. (978-1024).

Kunigundes und Heinrichs Gebeine wurden im Jahr 1201 in den Bamberger Dom überführt und gemeinsam bestattet. Tilmann Riemenschneider, einer der bekanntesten deutschen Bildhauer und -schnitzer des 16. Jahrhunderts, schuf 300 Jahre später den prachtvollen Sarkophag mit Relief-Szenen aus dem Leben des einzig heiliggesprochenen Kaiserpaares. Zu sehen ist dort auch die Szene aus der Legende, in der die Heilige über glühende Pflugscharen schreitet.

Pest und Krieg abgewehrt

Eine weitere überlieferte Legende erzählt, Kunigunde habe eine Spindel um die Häuser Bambergs geschleudert, auf diese Weise eine Schutzmauer um die Stadt errichtet und so den Einzug der Pest verhindert. Noch im Zweiten Weltkrieg soll Kunigunde nach dem Glauben frommer Bürger ihren Schleier in Form eines Nebels über Bamberg gebreitet und so die Angriffe der Alliierten von der Stadt abwenden können. Als Kunigunden-Kraut gilt der Thymian. Aus ihm wurden früher Kränze geflochten. Man sagte ihnen gute Wirkkräfte in der Schwangerschaft zu. Auch aufs Wetter kann am Kunigunden-Tag achtgegeben werden. In einer alten Wetterregel heißt es: "Wenn's zu Kunigunde friert, sie's noch 40 Nächt' verspürt."

Von Margret Nußbaum