Deutsche Bischöfe besorgt um Religionsfreiheit

"Türkei steht in der Verantwortung"

Aktualisiert am 22.04.2016  –  Lesedauer: 
Verschleierte Frauen in einer Kirche
Bild: © KNA
Bischofskonferenz

Bonn ‐ Mit Sorge haben die deutschen Bischöfe die Verstaatlichung einiger Kirchen in der Türkei zur Kenntnis genommen. Sie fordern die Regierung auf, die Religionsfreiheit strikt zu beachten.

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Hintergrund des Appells ist die Verstaatlichung mehrerer Kirchen in der türkischen Stadt Diyarbakir, die die deutschen Bischöfe "mit großer Sorge" aufgenommen hätten. Betroffen ist unter anderem die armenische St.-Giragos-Kirche, eine der größten Kirchen im Nahen Osten. Aber auch eine protestantische, eine chaldäische, eine syrisch-katholische, eine armenisch-katholische und eine syrisch-orthodoxe Kirche wurden enteignet. Die Maßnahme war Ende März mit den großen Zerstörungen der Altstadt nach Kämpfen zwischen kurdischen Rebellen und türkischen Sicherheitskräften begründet worden.

Widerspruch eingelegt

Die Leiterin des Kulturamtes der Stadt Diyarbakir, Nevin Solukaya, hatte die Kirchen aufgerufen, Rechtsmittel gegen die Verstaatlichung einzulegen. Dem waren einige Konfessionen gefolgt. "Sie widersprechen damit offenkundig der Darstellung der Behörden, dass diese Beschlagnahmen im Zusammenhang mit den gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen dem türkischen Staat und der PKK stehen und dem Schutz der Gebäude dienen sollen", bekräftigt nun die Deutsche Bischofskonferenz. Nach Angaben des türkischen Staatsanzeigers sind von der Verstaatlichung auch 6.300 weitere Grundstücke in der Altstadt von Diyarbakir betroffen. (gho/KNA)

Historische armenische Kirche zerstört

Bei Kämpfen in der südostanatolischen Stadt Diyarbakir ist offenbar eine der größten Kirchen im Nahen Osten zerstört worden. Die armenische Sankt-Giragos-Kirche war nach Renovierungsarbeiten erst vor fünf Jahren wiedereröffnet worden.