Eine Tür mit einem orangenen Schild mit der Aufschrift "Raum der Stille"
Religionsvertreter und Atheisten diskutieren in Kölner Moschee

Nicht nur Gläubige für "Räume der Stille" an Unis

Hochschulen - Gebetsräume an Universitäten haben mehrfach für Konflikte gesorgt. Dennoch sollte es sie weiterhin geben, sagt eine Vertreterin der muslimischen Studentenschaft. Ansonsten hätten die Falschen gewonnen.

Köln - 01.06.2016

In den vergangenen Monaten war es unter anderem an der Universität Essen, der Technischen Universität Berlin (TU) und der TU Dortmund zu Konflikten rund um "Räume der Stille" und deren Schließung gekommen. An der Uni Köln wird zum Wintersemester ein solcher Ort im ehemaligen Studierendensekretariat im Untergeschoss des Hauptgebäudes eröffnet.

Der Sprecher der Universität Köln, Patrick Honecker, zeigte sich zuversichtlich, dass der geplante "Raum der Stille" von den Studierenden gut angenommen werde und durch aktive Kommunikation mit allen Beteiligten Konflikte vermeidbar seien. Der Leiter des Instituts für Katholische Theologie an der Universität Paderborn, Klaus von Stosch, berichtete vom dortigen "Raum der Stille". Östliche Meditationstechniken, "Power-Napping" und muslimisches Gebet kämen dort gleichermaßen vor, und dies in friedlicher Koexistenz. "Christliche Gruppierungen, die regelmäßig gemeinsam beten, kommen, um zu zeigen: wir beten auch noch!", so der Professor.

Muslimisches Gebet soll kein Protest sein

Die Präsidentin des Rates muslimischer Studierender und Akademiker (RAMSA), Hatice Durmaz, verwies auf die Notwendigkeit eines Raumes, den muslimische Studierende gemeinsam mit Andersgläubigen oder auch atheistischen Kommilitonen nutzen könnten. "Das muslimische Gebet ist hierbei kein Protest, sondern ein spirituelles Bedürfnis", so die Kölner Historikerin. Besonders wichtig sei dabei die Mitarbeit muslimischer Studentengruppen. Diese müssten gegen jegliche Tendenzen von Fundamentalismus vorgehen. Wenn solche Räume an Universitäten geschlossen würden, hätten "diejenigen gewonnen, die den Raum missbraucht haben", betonte Durmaz.

Auch der Präsident des Humanistischen Verbandes Nordrhein-Westfalen, Erwin Kress, sprach sich für "Räume der Stille" aus. "Man kann Religionen nicht beiseiteschieben." Er forderte, nach der teils erregten Debatte der vergangenen Monate nun die "Kirche im Dorf zu lassen". (KNA)

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Ein "Raum der Stille" für Studierende.

Linktipp: Wenn Beten spaltet

Ein Raum zum Innehalten: Schulen, Unis oder Krankenhäuser bieten solche Orte an. Doch das führt auch zu Diskussionen. Die TU Dortmund hat ihren "Raum der Stille" geschlossen, weil muslimische Studenten ihn vereinnahmt haben sollen.