Hamburgs Erzbischof Stefan Heße mit 500 Schülern im Tierpark Hagenbeck

Tierisch-biblische Spurensuche

Aktualisiert am 30.06.2016  –  Lesedauer: 
Tierisch-biblische Spurensuche
Bild: © Bonifatiuswerk
Tiere

Hamburg ‐ Seit über 100 Jahren gibt es den Hamburger Zoo - jetzt haben seine Bewohner erstmals einen kirchlichen Segen erhalten. Mit Erzbischof Heße untersuchten 500 Kinder die Zootiere auf ihre Bibeltauglichkeit.

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Raisa ist nun das erste gesegnete Tier des Hamburger Zoos. Seit Eröffnung des Tierparks Hagenbeck im Jahr 1907 hat das noch kein Bewohner erlebt, nicht mal das legendäre Walross Antje, das immerhin 27 Lebensjahre in der Hansestadt verbrachte und sogar Maskottchen des Norddeutschen Rundfunks (NDR) wurde.

Möglich gemacht hat die Tiersegnung das Bonifatiuswerk der deutschen Katholiken, das Katholiken in Minderheitensituationen unterstützt. Es hatte den Aktionstag "Tiere in der Bibel" organisiert und rund 500 Grundschüler aus Hamburgs katholischen Schulen eingeladen, den Zoo zu erkunden und sich über die tierischen Protagonisten der Heiligen Schrift aufklären zu lassen. Von dem Reporter Willi Weitzel ("Willi will's wissen") erfahren die Kinder einiges über die Taube in ihrer Rolle als Heiliger Geist. Und auch von Kriegselefanten im Alten Testament gibt es etwas zu hören.

Segen als Zeichen des Respekts für Tiere

In seiner Ansprache ermutigt Erzbischof Heße die Schüler, so sorglos durch die Welt zu gehen wie ein Pfau mit seinem großen Federrad. Ihn selbst beeindruckten besonders Adler, deren kraftvolle und doch feingliedrige Flügel ihn immer wieder faszinierten. "Manche von euch werden einen Vogel haben, also vielleicht einen im Käfig", erklärt der Erzbischof. "Schaut euch an, wie flink die sind. Ich wünsche euch, dass ihr immer über so etwas staunen könnt."

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Bei aller Bewunderung solle man jedoch nicht vergessen, dass der Tiersegen ein Zeichen dafür sei, dass die Menschen mit Tieren respektvoll umgehen müssen - und sie schon gar nicht quälen dürfen, so Heße. Nachdem er den Felsen von Raisa, der Walrosskuh, wieder verlassen hat, erklärt der Erzbischof fröhlich, er habe schon viele Tiere gesegnet - allerdings eher Hunde und Katzen, "so Haustiere halt, am Tag des heiligen Franziskus".

Biblisch ausgerichtete Erkundungstour

Derweil schnattern die Flamingos in ihrem Teich, wenn das Walross gerade mal nicht röhrt. Leider gehören die Vögel nicht zur Zoo-Erkundungsroute der Schüler. Die ist biblisch ausgerichtet, so auch bei der Station der Pelikane. Die sollen sich laut mittelalterlicher christlicher Ikonographie für ihre Jungen opfern, indem sie sie mit ihrem eigenen Blut ernähren oder wiederbeleben, wenn sonst nichts Essbares da ist. Den Schülern ist diese Vorstellung fremd. Sie haben eine andere Erklärung: Manche Pelikan-Arten bekämen während der Brutzeit halt einen roten Kehlkopfsack. Das könne dann nach geröteter Wunde aussehen, sei aber keine. Biologie und Theologie - ein spannungsreiches Verhältnis.

Linktipp: Segen für Bello & Co.

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Von Christina Rietz (KNA)