Statue des heiligen Petrus aus Sandstein mit einem Schlüssel in der Hand.

Der erste Papst

"Du bist Petrus, und auf diesen Felsen werde ich meine Kirche bauen." Nicht nur die Worte Jesu machen Petrus zu einem besonderen Heiligen.

Von Christoph Meurer |  Bonn - 28.02.2015

Petrus, dessen Geburtsdatum nicht bekannt ist, stammte aus Bethsaida am See Genezareth. Ursprünglich hieß er Simon, erhielt aber durch Jesus den Beinamen Petrus (zu Deutsch: der Fels). Petrus war der Bruder des Apostels Andreas. Durch ihn lernte er Jesus kennen. Beide Brüder waren Fischer. Petrus war verheiratet und wohnte mit seiner Familie in Kafarnaum.

Petrus' Verhältnis zu Jesus war nicht frei von Widerspruch. Auf der einen Seite war er einer der ersten Menschen, die sich zu Jesus bekannten und ihm nachfolgten, auf der anderen Seite verleugnete er Christus dem Markusevangelium zufolge (Mk 14,66-72), während dieser vom Hohen Rat verhört wurde. Seine besondere und führende Stellung im frühen Christentum belegt allerdings die Tatsache, dass Petrus zu den ersten Menschen gehörte, denen der auferstandene Jesus erschien, wie das Lukasevangelium (Lk 24,34) berichtet. Auch in der Urgemeinde nahm er eine exponierte Stellung ein.

Tod in Rom

Über das Wirken des Petrus nach Tod und Auferstehung Jesu ist wenig bekannt. Fast alle Nachrichten von seinem Leben in dieser Zeit stammen aus der Apostelgeschichte. Als Sprecher der Apostel sorgte er dafür, dass sich die Jünger Jesu bald wieder in Jerusalem versammelten und die Botschaft von der Auferstehung verkündeten. Anschließend missionierte er in Antiochia und Kleinasien vor allem Nichtjuden.

Seine letzte Missionsreise führte ihn nach Rom. Dort soll er der Überlieferung nach mit Paulus zusammengetroffen sein. Wie Paulus starb auch Petrus zwischen 64 und 67 nach Christus den Märtyrertod. Sein Leichnam wurde der Überlieferung nach dort beigesetzt, wo heute der Petersdom steht. Archäologische Ausgrabungen unter der Kirche legen diese These nahe.

Die Bedeutung von Petrus für die katholische Kirche ist heute unbestritten. Anders als Protestanten und Orthodoxe erkennt die katholische Kirche, abgeleitet von Petrus, die Oberhoheit des Bischofs von Rom über alle anderen Bischöfe an. Christus habe Petrus, so die Meinung, ein besonderes Führungsamt verliehen. Diese Vollmacht werde all seinen Nachfolgern mitgegeben, weswegen sich das Papstamt unmittelbar von Petrus ableitet.

Gedenktag: 29. Juni

Patron von Rom, Trier, Kanton und Stadt Genf und Poznań/Posen in Polen; der Päpste; der Reuigen, Büßenden, Beichtenden; der Brückenbauer, Metzger, Glaser, Schreiner, Schlosser, Schmiede, Eisenhändler, Bleigießer, Uhrmacher, Papierhändler, Töpfer, Maurer, Ziegelbrenner, Steinhauer, Netzweber, Tuchweber, Walker, Fischer, Fischhändler, Schiffer und Schiffbrüchigen; der Jungfrauen; gegen Besessenheit, Fallsucht, Tollwut, Fieber, Schlangenbiss, Fußleiden und Diebstahl; des Wetters; des Bistums Berlin und des Doms in Bamberg

Dass Petrus auf nicht wenigen Darstellungen einen Schlüssel in der Hand hat, liegt an der allgemeinen Annahme, dass er der Wächter der Himmelspforte ist, an der er die Seelen der Verstorbenen abweist oder ihnen Einlass gewährt. Daraus abgeleitet wird Petrus im Volksglauben auch für das Wetter, im Besonderen für das Regenwetter, verantwortlich gemacht. Wenn dicke Tropfen auf die Erde prasseln, hat Petrus die Himmelsschleusen geöffnet.

Von Christoph Meurer