40.000 Euro veruntreut – Regensburger Priester verurteilt
Noch weitere Vorwürfe gegen den suspendierten Pfarrer

40.000 Euro veruntreut – Regensburger Priester verurteilt

Mit gefälschten Kilometerabrechnungen hat er sein Bistum um mehr als 40.000 Euro betrogen: Dafür wurde ein Regensburger Priester nun verurteilt. Doch ihm wird noch mehr zur Last gelegt – und zusätzlich droht ein kirchenrechtliches Verfahren.

Regensburg/Weiden - 05.02.2019

Weil ein Regensburger Diözesanpriester sein Bistum nach Auffassung des Amtsgerichts Weiden um mehr als 40.000 Euro gebracht hat, erließen die Richter gegen den Geistlichen jetzt einen Strafbefehl. Das bestätigte Gerichtssprecher Matthias Bauer am Dienstag der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA). Demnach wurde der Mann zu einer Haftstrafe von acht Monaten verurteilt, die zur Bewährung ausgesetzt wurde. Damit verbunden sei auch eine Geldauflage, deren Höhe im "üblichen Bereich" liege, hieß es. Der Pfarrer könne dagegen noch Einspruch erheben.

Wie der "Donaukurier" und die "Passauer Neue Presse" (Dienstag) berichten, hatte die Haushälterin des Pfarrers aus einer Gemeinde in Weiden die Ermittlungen ausgelöst, nachdem sie in einem Schrank des Pfarrhauses eine Aktentasche mit Fotos von nackten Jugendlichen gefunden hatte. Daraufhin habe der Priester der Frau fristlos gekündigt, die dagegen wiederum vor das Arbeitsgericht gezogen sei.

Falsche Kilometerabrechnungen

Den Zeitungsberichten zufolge beurlaubte die Diözese den Pfarrer nach dem Fund der Bilder im März 2017 sofort. Daraufhin sei auch eine Finanzprüfung erfolgt, bei der weitere Ungereimtheiten zutage getreten seien. So hätten sich Kilometerabrechnungen für Fahrten zu angeblichen Trauer- und Taufgesprächen gefunden. Den finanziellen Schaden für das Bistum habe die Staatsanwaltschaft Weiden schließlich mit mehr als 40.000 Euro beziffert.

Bezüglich der Ermittlungen wegen sexueller Delikte prüft das Bistum derzeit, ob ein kirchenrechtliches Verfahren eröffnet werden soll, wie ein Sprecher des Bistums der Presse sagte. Die Vorgänge lägen bereits der Glaubenskongregation in Rom zu einer Überprüfung vor. In der Regel werde aber das weltliche Strafverfahren abgewartet, bis weitere Schritte unternommen würden.

Die Staatsanwaltschaft sah die Vorwürfe wegen Besitzes jugendpornografischer Schriften zwar als strafrechtlich relevant an. Sie seien allerdings im "unteren Bereich" angesiedelt gewesen und durch den ergangenen Strafbefehl eingestellt worden, erläuterte Gerichtssprecher Bauer. Eine Verurteilung wäre angesichts der finanziellen Untreue-Vorwürfe nicht ins Gewicht gefallen, wie es hieß. Die vatikanische Kongregation könne aber dennoch zu einem anderen Urteil kommen, so der Bistumssprecher. (KNA)