Hat sich die Jugend-Vorsynode gelohnt?
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Drei deutsche Teilnehmer ziehen Bilanz

Hat sich die Jugend-Vorsynode gelohnt?

Thomas Andonie, Magdalena Hartmann und Alina Oehler haben als Delegierte der Deutschen Bischofskonferenz an der Jugend-Vorsynode in Rom teilgenommen. Das ist ihr Fazit.

Rom - 25.03.2018

Thomas Andonie, Bundesvorsitzender des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ)

"Es war zu spüren, dass der Vatikan und seine Einrichtungen Demokratie lernen können"

Das Abschlussdokument ist ein weiterer Schritt zur Synodalität. An manchen Stellen hätte es sicherlich mutiger sein können. Es zeigt, dass junge Menschen sehr gut für sich selbst sprechen können und die Bischöfe im Oktober unbedingt die Stimme junger Menschen ernstnehmen und auch über den Text hinaus in der Synode direkt hören müssen. Nicht über die Jugend, mit der Jugend muss gesprochen werden. In allen Bereichen von Kirche.

Die Vorsynode war eine großartige und hoffentlich  keine einmalige Erfahrung. Sie zeigt, wie bunt und vielfältig Kirche gelebt wird, und wie unterschiedlich die Herausforderungen angegangen werden müssen. Im Prozess der Woche war zu spüren, dass der Vatikan und seine Einrichtungen Demokratie lernen können. Und hier ist durchaus noch Potential vorhanden.

Für uns ist es jetzt wichtig, weitere Schritte in Deutschland gemeinsam umzusetzen. Transparent, auf Augenhöhe, unter Mitwirkung der relevanten Akteure in den 15 Feldern der Jugendpastoral: vor allem der Jugendlichen und jungen Erwachsenen. Junge Menschen wollen Mitbestimmung. Das bedeutet mehr als miteinander sprechen.

Magdalena Hartmann, Schönstatt-Bewegung

"Es ist uns gut gelungen, die deutsche Perspektive einzubringen"

Nach einer Woche mit unzähligen Begegnungen, Gesprächen und Eindrücken habe ich den Eindruck, dass wir mit der Vorsynode einen wichtigen Weg eingeschlagen haben, der hoffentlich weiterverfolgt wird. Vor allem von den teilweise kontroversen aber dennoch wertschätzenden Diskussionen, die durch den interkulturellen Aspekt bereichert wurden, bin ich noch immer fasziniert. Es ist eine Herausforderung, die Meinung 300 junger Menschen, die wiederum einen Großteil unserer Welt vertreten in ein 13-seitiges Dokument zu packen. Vielleicht ist das endgültige Ergebnis für manche zu schwammig, aber ich glaube es ist uns gut gelungen, die verschiedenen Lebenswelten, Kritiken und Wünsche, die wir aus Deutschland mitgebracht haben, einzubringen.

Es war in den letzten Tagen eine wohlwollende und wertschätzende Atmosphäre und das Engagement unerschütterlich. Dass wir als junge Generation der Kirche etwas zu sagen haben, liegt klar auf der Hand, Ich hoffe, die Bischöfe können spätestens in der Synode spüren, welche Zukunft und welches Potenzial in uns steckt. Ich glaube daran, dass unsere Kirche wieder lebendiger und authentischer werden kann.

Alina Oehler, Frauenrechtsorganisation "Voices of Faith"

Es war ein bestärkendes Gefühl, von Vertretern der kirchlichen Hierarchie ernstgenommen zu werden"

Ich schaue dankbar auf die vergangenen Tage voller Diskussionen, Gebet und internationaler Begegnungen zurück - auch wenn am Ende nicht alle mit dem Schlussdokument zu einhundert Prozent zufrieden sind. Bei so vielen unterschiedlichen Hintergründen kann das – gerade auch angesichts der Kürze der Zeit –  nicht überraschen. Insgesamt hat uns der Heilige Geist trotz dieser Schwierigkeiten zu einem beeindruckenden Maß an Einigkeit geführt, was viele Grundanliegen betrifft.

Außerdem war es ein bestärkendes Gefühl als junge Menschen von hohen Vertretern der kirchlichen Hierarchie gehört und erstgenommen zu werden. Diese für beide Seiten fruchtbare Begegnung könnte es ruhig häufiger geben. Das persönliche Gespräch und die Begegnung kann nichts ersetzen – auch kein noch so starkes Dokument.