Der Hamburger Erzbischof Stefan Heße nachdenklich
Erzbistum Hamburg verteidigt Entscheidung zur Schulschließung

Heße: Maximal drei Schulen könnten gerettet werden

Für den Hamburger Erzbischof Stefan Heße sind die privaten Initiativen zum Erhalt der katholischen Schulen ein "Zeichen der Wertschätzung". Für Zuversicht sei es allerdings zu früh, sagt er.

Hamburg - 09.03.2018

Der Hamburger Erzbischof Stefan Heße hat die Entscheidung verteidigt, bis zu 8 der 21 katholische Schulen in der Hansestadt zu schließen. "Wir können die Augen vor unserer wirtschaftlichen Situation nicht verschließen. Das wäre verantwortungslos und würde unsere Seelsorge insgesamt gefährden", sagte er am Freitag im Interview der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) in Hamburg.

Die privaten Initiativen zum Erhalt der Schulen bezeichnete er als "große Zeichen von Wertschätzung". Es müsse nun gemeinsam geprüft werden, was realistisch geleistet werden könne, sagte er mit Blick auf die laufenden Gespräche zwischen Erzbistum und der "Hamburger Schulgenossenschaft", die alle 21 Schulen erhalten möchte. "Für Zuversicht ist es jetzt zu früh." Nach wie vor gelte, dass das Erzbistum Träger von 13 katholischen Schulen in Hamburg bleibe. "Bis zu drei Schulen könnten dazu kommen, wenn wir genügend Hilfe von außen bekommen."

Die wirtschaftliche Situation des Erzbistums Hamburg sei Thema bei der jüngsten Vollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz gewesen, so Heße. Nach Finanzhilfen der anderen Bistümer habe er aber nicht gefragt, weil es aktuell kein solches Hilfesystem in der deutschen Kirche gebe. "An strukturellen Korrekturen kommen wir im Erzbistum nicht vorbei. Und die müssen wir selber leisten", betonte der Erzbischof.

Heße räumte Kommunikationsfehler bei der Bekanntgabe der Schulschließungen ein: "Wir werden künftig die Betroffenen im Vorfeld von Entscheidungen stärker mit einbeziehen." Das müsse sich schon jetzt im Immobilienbereich bewähren. Das Erzbistum Hamburg hatte angekündigt, seine Kirchen und Gebäude auf den Prüfstand zu stellen und im März mit einer Bestandsaufnahme durch die Unternehmensberatung Ernst & Young zu beginnen.

Dieselbe Unternehmensberatung hatte dem Erzbistum Ende vergangenen Jahres eine bilanzielle Überschuldung von 79 Millionen Euro bescheinigt. Auf Grundlage dieses Prüfberichts war Ende Januar die Entscheidung zu den katholischen Schulen getroffen worden. (KNA)