Kardinal Reinhard Marx spricht in eine TV-Kamera.
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Der Vorsitzende der Bischofskonferenz im katholisch.de-Interview

Marx zum Kommunionstreit: Der Ball liegt bei uns

Wer entscheidet darüber, wie der Kommunionstreit gelöst werden soll? Nach einem Gespräch deutscher Bischöfe im Vatikan gab es dazu unterschiedliche Interpretationen. Doch für Kardinal Marx ist die Sache klar.

Bonn - 10.05.2018

Im Streit über den Kommunionempfang evangelischer Ehepartner sieht Kardinal Reinhard Marx nun die deutschen Bischöfe am Zug. "Der Ball liegt bei uns im Spielfeld und ich will dafür sorgen, dass es ein gutes Spiel wird", sagte der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz am Donnerstag im Interview von katholisch.de und Katholischer Nachrichten-Agentur auf dem Katholikentag in Münster. Nach dem Gespräch im Vatikan sei ganz klar: "Wir in Deutschland sind dran". Es müsse deutlich werden, dass es eine Einladung und Bitte des Papstes gebe, "dass wir in Deutschland eine Regelung finden".

Damit wandte sich Marx indirekt gegen die Interpretation, der Papst fordere von den deutschen Bischöfen eine Regelung die auf weltkirchlicher Ebene konsensfähig sei.

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Im katholisch.de-Interview äußert sich Kardinal Marx zum Kommunion-Streit der deutschen Bischöfe und weist Kritik an Katholikentagen zurück.

Nach dem Gespräch im Vatikan müsse man nun gemeinsam überlegen, wie Regelungen für den Kommunionempfang evangelischer Ehepartner aussehen könnten, so Marx weiter. Er kündigte an, dass die deutschen Bischöfe im Juni erneut über dieses Thema beraten würden.

Die Bischöfe hatten im Februar während ihrer Vollversammlung in Ingolstadt mit Drei-Viertel-Mehrheit eine bislang unveröffentlichte Handreichung beschlossen, wonach nichtkatholische Ehepartner im Einzelfall die Kommunion empfangen können. Sieben Bischöfe, darunter der Kölner Kardinal Woelki, wandten sich daraufhin in einem Brief an den Vatikan und baten um Klärung der Frage, ob eine solche Regelung von einer einzelnen Bischofskonferenz beschlossen werden kann. Nach einem Gespräch im Vatikan teilten die Deutsche Bischofskonferenz und das vatikanische Presseamt mit, Papst Franziskus habe sie ersucht, im Geist kirchlicher Gemeinschaft "eine möglichst einmütige Regelung" zu finden. (tja)