Lichtkegel einer Taschenlampe
Zwei Bischöfe nahmen an Klageandacht teil

Missbrauch: Erzbischof schließt sich Forderungen der kfd an

Deutschlandweit hatten katholische Frauen bei Klageandachten von Bischöfen gefordert, unabhängige Missbrauchsbeauftragte einzusetzen und die kirchliche Sexualmoral zu verändern. Einige Bischöfe signalisierten ihre Unterstützung.

Bonn - 14.12.2018

Der Freiburger Erzbischof Stephan Burger hat auf die Forderungen der Katholischen Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd) nach mehr Transparenz beim Thema sexueller Missbrauch reagiert. Er nehme die Forderungen, Licht in das Dunkel der Missbrauchsfälle zu bringen, verkrustete Machtstrukturen abzuschaffen, unabhängige Missbrauchsbeauftragte einzusetzen und über die kirchliche Sexualmoral nachzudenken, gerne auf, erklärte Burger. Er habe in der Erzdiözese Freiburg bereits erste Schritte dazu in die Wege geleitet, teilte das Erzbistum mit.

Einer dieser Schritte sei die Einsetzung der neuen Kommission "Macht und Missbrauch" unter Leitung Burgers. Interne und externe Fachleute aus den Bereichen Recht, Psychologie und Theologie untersuchen seit November die Strukturen und Verhältnisse in der Erzdiözese auf missbräuchliche Machtausübung. Weiter soll die Kommission den Erzbischof über die Konsequenzen beraten, die aus der MHG-Studie zu ziehen sind und entsprechende Empfehlungen aussprechen. Zu ihren ersten Aufgaben zähle "die exemplarische systematische Aufarbeitung einiger besonders auffälliger Missbrauchsfälle", heißt es in der Erklärung der Erzdiözese.

Bischöfe von Limburg und Trier nahmen an Klageandacht teil

Am Mittwochabend hatten bundesweit Tausende Frauen aus 165 kfd-Gruppen vor ihren Kirchen eine Klageandacht unter dem Motto #MachtLichtAn gehalten. Sie richteten Taschenlampen auf die verschlossenen Kirchentüren und lasen ihre Forderungen vor, die auf zehntausenden unterschriebenen Postkarten der Deutschen Bischofskonferenz übergeben werden sollen.

Bei mindestens zwei dieser Veranstaltungen waren Bischöfe dabei. Vor der Liebfrauenkirche in Trier gesellte sich Bischof Stephan Ackermann zu den 45 Frauen und Männern, teilte die kfd im Bistum Trier mit. Ackermann ist der Beauftragte der Bischofskonferenz für Fragen des sexuellen Missbrauchs und der Prävention. Vor der Limburger Stadtkirche St. Sebastian kamen etwa 25 Menschen zusammen, darunter auch Bischof Georg Bätzing, teilte das Bistum Limburg mit. (luk)