Eine Frau lehnt sich an eine Kirchentür
Neue Initiative des Katholischen Deutschen Frauenbunds

Nach "Maria 2.0": Frauen starten Aktion "Maria, schweige nicht!"

Am Sonntag fällt der Startschuss: Mit der neuen Aktion "Maria, schweige nicht!" will der Katholische Deutsche Frauenbund unmittelbar an die Initiative "Maria 2.0" anknüpfen. Die KDFB-Präsidentin erklärt, worum es genau geht.

Köln - 18.07.2019

Der Katholische Deutsche Frauenbund (KDFB) startet am Sonntag die Aktion "Maria, schweige nicht!". Sie knüpft damit an die Initiative "Maria 2.0" an, die sich mit bundesweiten Protestaktionen unter anderem für den Zugang von Frauen zu allen kirchlichen Ämtern einsetzt.

KDFB-Präsidentin Maria Flachsbarth erklärte am Donnerstag in Köln, Frauen sollten in Welt und Kirche gleichberechtigt Verantwortung übernehmen, auch geistliche Verantwortung. "Reformen sind notwendig, wenn die Kirche wieder an Bedeutung gewinnen und eine Zukunft haben will. Die Frage nach Ämtern und Strukturen gehört eindeutig dazu."

Zwei Namensgeberinnen

Namensgeberinnen der Aktion seien Maria Magdalena, erste Zeugin der Auferstehung und Apostolin der Apostel, deren Festtag am 22. Juli begangen wird, und Maria, die Mutter Jesu, die mit ihrem freien Ja zu Gottes Wort die Heilsgeschichte eröffnet habe. "Beide haben, ebenso wie andere Frauen in der Bibel, gerade nicht geschwiegen, sondern mit ihren Worten das Heil von Gott her erfahrbar gemacht", so Flachsbarth. Beide Marien regten Frauen heute an, "mutig ihre Stimme zu erheben und sich für eine partnerschaftliche Kirche und für Veränderungen einzusetzen".

Die Aktion "Maria, schweige nicht!" soll nach Angaben des Verbandes Frauen ermuntern, das zur Sprache zu bringen, wozu sie in der Kirche nicht schweigen wollen, was ihnen unter den Nägeln brennt und wo sie Handlungsbedarf sehen. Der Katholische Deutsche Frauenbund (KDFB) ist laut eigenen Angaben ein unabhängiger Frauenverband mit bundesweit 180.000 Mitgliedern.

Triegel-Gemälde für Pfarrkirche

Papstmaler Michael Triegel.

Papstmaler Michael Triegel (50) für einen offenen Umgang mit den Forderungen von Maria 2.0. "Wir sollten keine Angst vor dem Verlust von Traditionen haben, wenn die Zukunft auf dem Spiel steht", schreibt der in Leipzig lebende Künstler in einem Gastbeitrag für die "Zeit"-Beilage "Christ & Welt" (Donnerstag). Die katholische Kirche habe es immer wieder geschafft, "die unterschiedlichsten Glaubenszugänge zu ermöglichen, um sich Gott zu nähern und damit ihre Botschaft lebendig zu halten".

Die Maximalforderungen nach Aufhebung des Pflichtzölibats und des Zugangs von Frauen zu allen Ämtern der Kirche übersteige zwar seine Vorstellungsgabe und möge manchen konservativen Katholiken erschrecken. Doch sollte man neugierig darauf sein, "wohin uns das Nachdenken über die scheinbar abwegigsten Fragen führen kann", sagte der 2014 getaufte Künstler, der Papst Benedikt XVI. porträtiert hat.

Frauen stellen sich nach den Worten Triegels stärker an die Seite von Opfern als "mancher Mann im Hirtenamt". Der Maler fragt: "Kann die Veränderung eines Systems überhaupt von den Protagonisten dieses Systems selbst ausgehen?" Deswegen mögen Frauen "vielleicht aus ihrer wenig privilegierten Rolle im System besonders prädestiniert sein, den Anstoß zur Veränderung zu geben." (tmg/KNA)