• © Bild: dpa/Picture Alliance

Zahl der Priesterweihen bleibt offenbar niedrig

Traditionell werden am Pfingstwochenende in vielen deutschen Diözesen Priester geweiht. 2017 bleibt die Zahl wohl auf niedrigem Niveau. In zwei Diözesen wird es überhaupt keinen neuen Priester geben.

Deutschland | Bonn - 02.06.2017

Die Zahl der Priesterweihen in der katholischen Kirche in Deutschland bleibt offenbar auch 2017 auf einem niedrigen Niveau. In den 27 Bistümern werden in diesem Jahr voraussichtlich 76 junge Männer zu Diözesanpriestern geweiht, wie eine Umfrage der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) in allen Bistümern ergab. Im Jahr 2016 waren es nach Auskunft des Zentrums für Berufungspastoral insgesamt 82.

2015 hatte die Zahl mit 51 ihren niedrigsten Stand erreicht, 1995 etwa waren noch 186 Priester in Deutschland geweiht worden. Nicht enthalten in diesen Zahlen sind die Neupriester in den Ordensgemeinschaften. Deren Zahl liegt der Deutschen Ordensobernkonferenz (DOK) erst zum Jahresende vor. 2016 waren laut DOK 16 Ordensmänner in Deutschland zu Priestern geweiht worden.

In vielen Bistümern werden Priester an Pfingsten geweiht

In vielen Bistümern werden die Neupriester an diesem Pfingstwochenende geweiht. Das Sakrament der Priesterweihe wird in der katholischen Kirche jeweils durch die Handauflegung und das Weihegebet gespendet. Spender ist stets ein Bischof.

In den sieben bayerischen Diözesen gibt es in diesem Jahr 26 Priesterweihen, hinzu kommen vier Weihen von Ordensleuten. Im Erzbistum München und Freising lassen sich sechs junge Männer weihen, in Augsburg und Regensburg jeweils fünf, in Eichstätt und Passau je drei und in Würzburg und Bamberg je zwei. Die Bistümer in Nordrhein-Westfalen verzeichnen 18 Neupriester: neun in Köln, fünf in Paderborn, zwei in Münster und je einer in Aachen und Essen.

In den ostdeutschen Bistümern stehen sechs Priesterweihen an: jeweils zwei in Berlin und Dresden-Meißen und je eine in Erfurt und Magdeburg. Die norddeutschen Bistümer melden insgesamt drei Weihen: zwei in Hildesheim und eine in Hamburg. In Osnabrück gibt es erstmals seit 100 Jahren keine Priesterweihe. In der Mitte und im Südwesten werden insgesamt 23 Kandidaten geweiht: jeweils fünf in Limburg und Speyer, vier in Freiburg und je drei in Rottenburg-Stuttgart, Trier und Fulda. Das Bistum Mainz verzeichnet neben Osnabrück in diesem Jahr als einzige Diözese keine Weihe. (bod/KNA)

Linktipp: Theologen fordern Weihe verheirateter Männer

Können verheiratete Männer den Priestermangel beheben? Die Theologen Helmut Hoping und Philipp Müller sehen jedenfalls Chancen. In einem gemeinsamen Text stellen sie konkrete Forderungen an die Bischöfe.

Artikel lesen

Impressum  |  Über uns  |  Datenschutz  |  © 2017