Meuthen distanziert sich vom Aufruf zum Kirchenaustritt
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Kritik an Staatsleistungen für die Kirchen erneuert

Meuthen distanziert sich vom Aufruf zum Kirchenaustritt

AfD - Ein AfD-Vorstandsmitglied sorgte mit seinem Aufruf zum Kirchenaustritt für einen Eklat. Davon distanziert sich Parteikollege Jörg Meuthen. Andere Punkte der Kirchenkritik hält er jedoch für berechtigt.

Stuttgart - 28.04.2017

AfD-Co-Chef Jörg Meuthen hat sich vom Aufruf seines Vorstandskollegen Armin Paul Hampel zum Kirchenaustritt distanziert. "Die Frage der Mitgliedschaft, des Beitritts wie des Austritts zu einer christlichen Religionsgemeinschaft ist aus meiner Sicht eine rein persönliche und sollte nicht Gegenstand politischer Aufrufe sein", sagte Meuthen am Freitag auf Anfrage der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) in Stuttgart. Hampel hatte beim Parteitag in Köln die AfD-Mitglieder zum Austritt aufgefordert: "In dem Verein sollte keiner von uns mehr Mitglied sein", hatte er erklärt.

Ernsthaft geprüft werden muss laut Meuthen die Abschaffung der Staatsleistungen an die Kirchen. Zugleich räumte er ein, die als Folge von Enteignungen festgelegten Zahlungen seien "historisch begründet und rechtlich klar geregelt". Normativ seien sie indes "nicht mehr hinreichend begründet". Zugleich äußerte Meuthen seine "tiefe Enttäuschung" über "indiskutable und unhaltbare jüngere politische Einlassungen" von Kirchenrepräsentanten über die AfD.

Die 1993 veröffentlichte Doktorarbeit des Volkswirtschaftlers trägt den Titel: "Die Kirchensteuer als Einnahmequelle von Religionsgemeinschaften: eine finanzwissenschaftliche Analyse". (KNA)

Linktipp: Scharfe Kirchenkritik auf dem AfD-Parteitag

Immer wieder hatten Kirchenvertreter vor unchristlichen Positionen der AfD gewarnt. Auf dem AfD-Parteitag in Köln ernten sie dafür jetzt scharfe Kritik - samt Aufruf zum Kirchenaustritt.