Niederländisches Königspaar beim Papst
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Umweltschutz und Armutsbekämpfung waren Gesprächsthemen

Niederländisches Königspaar beim Papst

Niederlande - Das niederländische Königspaar lebt in einer konfessionsverbindenden Ehe: Willem-Alexander ist Protestant, seine Frau Maxima Katholikin. Bereits zum dritten Mal waren sie nun bei Papst Franziskus.

Vatikanstadt - 22.06.2017

Das niederländische Königspaar Willem-Alexander (50) und Maxima (46) ist am Donnerstag von Papst Franziskus zu einem offiziellen Besuch empfangen worden. Anschließend trafen beide mit Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin und dem päpstlichen Außenbeauftragten Erzbischof Paul Richard Gallagher zusammen. In den als "herzlich" bezeichneten Gesprächen ging es nach Vatikanangaben unter anderem um Umweltschutz und Armutsbekämpfung sowie um Migration und "Perspektiven des Projekts Europa".

Es war die dritte Begegnung des Königspaars mit Franziskus. 2013 wohnten die Katholikin und der Protestant, damals noch als Kronerben, der Amtsübernahme des Papstes bei. Im April 2016 trafen Willem-Alexander und Maxima mit dem Kirchenoberhaupt unter großer Diskretion im Vatikan zusammen.

Maxima blieb nach ihrer Hochzeit katholisch

Laut begleitenden Journalisten dauerte die Audienz 35 Minuten. Maxima, als Tochter des argentinischen Politikers Jorge Zorreguieta in einem wohlhabenden Viertel in Buenos Aires geboren, wurde vom einstigen Erzbischof ihrer Heimatstadt strahlend und in Porteño, dem lokalen Dialekt der argentinischen Hauptstadt, begrüßt: "Wie geht es Ihnen?" Worauf Maxima antwortete: "Heiligkeit, erfreut, Sie wiederzusehen."

Maxima ist katholisch und konvertierte nach ihrer Hochzeit mit dem niederländischen Thronfolger, entgegen der Tradition, nicht zum calvinistischen Glauben. Sie musste sich jedoch verpflichten, ihre Kinder protestantisch taufen zu lassen.

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In der Vatikanbibliothek erhielten Willem-Alexander und Maxima aus der Hand des Jesuitengenerals Arturo Sosa einen Kommandostab, der Wilhelm von Oranien (1533-1584) zugeschrieben wird. Der schlichte Stab mit dem Wappen des Königs wurde 1574 in der Schlacht auf der Mooker Heide von Ludwig von Nassau-Dillenburg als Befehlszeichen für die protestantischen Verbände verwendet und ging als Beute an die siegreichen katholischen spanischen Truppen über.

Seither im Jesuitenkonvent Sant Cugat del Valles bei Barcelona aufbewahrt, soll er jetzt einen Platz im niederländischen Militärmuseum Soesterberg finden. Die staatliche militärhistorische Sammlung schrieb in einer Pressemitteilung, die Rückgabe markiere das Ende eines langen Weges der katholischen Kirche und des Königreichs der Niederlande von Rivalität, Krieg und Repression hin zu wechselseitigem Respekt und dem gemeinsamen Einsatz für Frieden und Menschenrechte. (rom/KNA)