Caritas wirft EU "Hilflosigkeit" vor
Sozialverband fordert legale Einreisewege für Flüchtlinge

Caritas wirft EU "Hilflosigkeit" vor

Nach dem vorläufigen Stopp der Seenotrettung von Flüchtlingen auf dem Mittelmeer übt die Caritas scharfe Kritik an der Europäischen Union. Abschottung allein könne in der Flüchtlingskrise keine Lösung sein.

Berlin - 17.08.2017

Der Deutsche Caritasverband hat der Europäischen Union in der aktuellen Debatte um die Seenotrettung von Flüchtlingen im Mittelmeer "Hilflosigkeit" vorgeworfen. "Es ist bis heute nicht gelungen, Lösungen in dieser Frage zu finden, die den Menschen helfen, die Mitgliedsstaaten am Mittelmeer entlasten und von ihnen wie von den übrigen Mitgliedsstaaten mitgetragen werden", kritisierte Caritas-Pressesprecherin Claudia Beck am Donnerstag auf Anfrage von katholisch.de in Berlin. Die Situation auf dem Mittelmeer sei dramatisch – und das nicht erst seit ein paar Wochen.

Beck forderte die europäische Politik dazu auf, sich dringend um Lösungen zu bemühen, die nicht nur auf Abschottung setzten. "Mauern und Patrouillen werden das Problem nicht lösen. Anstatt Stimmung gegen Seenotrettungsorganisationen zu machen, muss Politik an Auswegen aus der humanitäre Krise auf dem Mittelmeer arbeiten. Dafür brauchen wir mehr sichere und legale Einreisewege", so die Pressesprecherin. (stz)