Islamisten hatten Kirche als Kaserne missbraucht

Nach Syrien-Krieg: Kathedrale neu geweiht

Aktualisiert am 04.12.2017  –  Lesedauer: 
Ein kurdischer Kämpfer mit einem Gewehr in der Hand.
Bild: © dpa
Christenverfolgung

Wien ‐ Islamisten nutzten die Bischofskirche im Syrien-Krieg als Kaserne, zerstörten Ikonen und Ambo: Nach der Befreiung der Stadt Homs vor drei Jahren kehrt dort nun endlich wieder religiöses Leben ein.

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Die griechisch-katholische Kathedrale der syrischen Großstadt Homs ist nach umfänglicher Restaurierung wieder geweiht worden. Die melkitische Bischofskirche "Unserer Lieben Frau vom Frieden" war im Syrien-Krieg von islamistischen Milizen als Kaserne missbraucht worden. Ikonen wurden heruntergerissen, Säulen und Ambo teilweise zerstört und Gräber in der Krypta profaniert. Am 9. Mai 2014 wurde die Stadt schließlich von der Belagerung befreit. Im Mai vergangenen Jahres begann die Restaurierung der Kathedrale.

Die in Wien ansässige Stiftung Pro Oriente (Montag) berichtet, die Kirchweihe sei in Homs als Volksfest gefeiert worden. Viele Bewohner der Stadt hätten unabhängig von ihrer konfessionellen Zugehörigkeit teilgenommen. Den Weihegottesdienst am Freitag zelebrierten den Angaben zufolge der neue melkitische Patriarch Yousef Absi und der melkitische Erzbischof von Homs und Hama, Jean-Abdo Arbach. Der päpstliche Nuntius in Damaskus, Kardinal Mario Zenari, und der Direktor des französischen Hilfswerks "Oeuvre d'Orient", Pascal Gollnisch, hätten ebenfalls teilgenommen.

Die katholischen Melkiten sehen sich als Nachkommen der ersten christlichen Gemeinden aus Jerusalem und Galiläa. Ihre Gottesdienste feiern sie im ostkirchlichen Ritus, überwiegend in arabischer Sprache. Sie sind mit dem Papst in Rom verbunden; ihr Patriarch hat seinen Sitz in Damaskus. (bod/KNA)