Wie zwei brasilianische Priester mit Footvolley das Evangelium verbreiten

Pater Toni Kroos – Oder: Die etwas andere Verkündigung

Aktualisiert am 14.01.2018  –  Lesedauer: 
Buntes

Brasilia ‐ Sie lieben Sport und das Evangelium: Zwei brasilianische Priester vermitteln die Frohe Botschaft durch den Trendsport Footvolley. Einer der beiden sieht einem deutschen Fußballspieler erstaunlich ähnlich.

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Zwei brasilianische Geistliche setzen ihre Fußball-Leidenschaft für den Glauben ein: Die beiden Priester Luis Fernando Costa und Eder Luis Monegat begeistern mit Footvolley – eine Form des Beachvolleyball, die mit den Füßen gespielt wird – die Jugend von Brasilia für die christliche Botschaft. In einem Video des brasilianischen TV-Programms „Globo Esporte“ sagten sie, dass auch Papst Franziskus von ihrer Initiative wisse. "Fußball sei sehr wichtig und auch eine Art, das Evangelium zu verkünden", gibt Costa die positiven Reaktionen des Papstes auf ihr Engagement wieder. Franziskus sei sehr "zufrieden" gewesen.

Kein Wunder, denn der Papst ist als großer Fußball-Fan bekannt. Der Argentinier hält seinem Lieblingsverein San Lorenzo aus Buenos Aires die Treue. Franziskus hat in den fast fünf Jahren seines Pontifikats bislang viele Fußballteams in Audienz empfangen, so auch 2016 die deutsche Nationalmannschaft. Er fordert bei den Treffen die Spieler meist zum Fairplay auf und erinnert sie daran, dass sie für viele junge Menschen große Vorbilder sind.

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Daran wollen die beiden brasilianischen Priester anknüpfen. Ihr Projekt trägt den Namen "Fordere den Pater heraus". 2013 ging Costa als Seminarist in Rom erstmals mit einem kleinen Spielfeld aus Kunstrasen und einem niedrigem Netz auf die Straße und forderte Jugendliche spontan zum Footvolley -Match heraus. Die Trendsportart stammt aus Brasilien und ist bekannt für ihre oft spektakulären Ballwechsel. Drei Jahre später sprachen Costa und Monegat beim "Auswärtsspiel" auf dem Weltjugendtag in Krakau viele junge Leute mit ihrer Aktion an. Auch durch weitere europäische Ländern sind sie mit ihrem Projekt schon getourt. 2016 schafften es die beiden Geistlichen sogar bis ins italienische Fernsehen.

Bei "Fordere den Pater heraus" gibt es im Vergleich zum normalen Footvolley jedoch eine Besonderheit: Der Gewinner muss für den Verlierer beten. Die Teilnehmer sollten lernen, dass "beten nie eine Strafe", sondern "immer eine Belohnung" sei, erklärt Costa, der zur Ordensgemeinschaft der Legionäre Christi gehört. Er ist kein unbeschriebenes Blatt in der kirchlichen Fußball-Szene: Bei der letzten Ausgabe des Clericus Cups 2017 errang er mit seinem römischen Priesterseminar Pio Latino den vierten Platz.

Costa sagt, er fühle sich "unheimlich glücklich, auf diese Art und Weise das Evangelium verkünden zu können". "Die heutige Welt braucht neue Formen der Evangelisierung und der Fußball vereint die Herzen", so Costa, der auch "Padre Toni Kroos" genannt wird – wegen seiner Ähnlichkeit zum deutschen Real-Madrid-Profi. Costa und Monegat warten noch auf viele weitere Herausforderer, denn bislang konnte noch niemand gegen das priesterliche Team gewinnen.

Von Roland Müller

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