Bruder des emeritierten Papstes sprach von "Nervenkrankheit"

Benedikt krank? Vatikan widerspricht Georg Ratzinger

Aktualisiert am 15.02.2018  –  Lesedauer: 
Benedikt krank? Vatikan widerspricht Georg Ratzinger
Bild: © KNA
Vatikan

Vatikanstadt ‐ Seinen Bruder belaste eine Nervenkrankheit, sagte Georg Ratzinger am Mittwoch über den emeritierten Papst Benedikt XVI. Stimmt nicht, erwidert der Vatikan einen Tag danach.

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Der Vatikan hat dementiert, dass Benedikt XVI. unter einer Nervenkrankheit leidet. "Die angeblichen Berichte über eine lähmende oder degenerative Krankheit sind falsch", teilte das vatikanische Presseamt am Donnerstag mit. In zwei Monaten begehe Benedikt XVI. seinen 91. Geburtstag und der emeritierte Papst selbst habe jüngst gesagt, er spüre die Last der Jahre, wie es in diesem Alter normal sei, so der Vatikan.

Damit widersprach der Vatikan einer Aussage von Georg Ratzinger, dem Bruder des emeritierten Papstes. Der 94-Jährige war in einem Interview der Zeitschrift "Neue Post" (Mittwoch) mit den Worten zitiert worden: "Mein Bruder und ich werden immer weniger. Immer schwächer. Zudem hat mein Bruder seine Nervenkrankheit, die ihn sehr belastet." Georg Ratzinger äußerte darin die Befürchtung, dass diese Krankheit auch auf das Herz des 90-Jährigen übergreifen könnte. "Dann kann es schnell vorbei sein." Der ehemalige Regensburger Domkapellmeister betet nach eigenen Worten "jeden Tag für eine gute Sterbestunde für mich und meinen Bruder."

Georg Ratzinger trat unterdessen in einer weiteren Wortmeldung Spekulationen über einen baldigen Tod von Benedikt XVI. entgegen. Von einem Nervenleiden seines Bruders, das das Herz angreifen könnte, könne keine Rede sein, sagte Ratzinger der Deutschen Presse-Agentur in Regensburg. "Das ist reine Fantasie." Dabei ließ er offen, ob er von der Zeitschrift nicht korrekt wiedergegeben wurde, oder, ob seine Worte nur falsch interpretiert worden sind. Der frühere Leiter der Regensburger Domspatzen räumte ein, dass die Kräfte seines Bruders allmählich schwinden. Benedikt XVI.  sei zwar auf eine Gehhilfe angewiesen, aber geistig gehe es ihm gut, so Georg Ratzinger.  Er fügte humorvoll hinzu:"Wie wir halt sind, wir alten Dackel." 

Benedikt XVI. selbst hatte in der vergangenen Woche in einem Brief an die italienische Zeitung "Corriere della Sera" mitgeteilt, dass er die Last der Jahre spüre, wie es für sein Alter normal sei. Weiter schrieb der 90-Jährige, er befinde sich "auf dem Pilgerweg nach Hause" und in seinem "letzten Lebensabschnitt". Immer wieder wurde in den vergangenen Monaten über den Gesundheitszustand des emeritierten Papstes spekuliert. (tja)