Magdalena Hartmann berichtet vom Jugendtreffen in Rom

Wie wird Deutschland auf das Ergebnis reagieren?

Aktualisiert am 23.03.2018  –  Lesedauer: 
Vorsynoden-Blog: Tag 5

Rom ‐ Applaudierende Menschen, euphorische Gefühle und letzte Vorschläge für das Abschlussdokument. Magdalena Hartmann von der Schönstattbewegung berichtet über den fünften Tag der Vorsynode.

  • Teilen:

HTML-Elemente (z.B. Videos) sind ausgeblendet. Zum Einblenden der Elemente aktivieren Sie hier die entsprechenden Cookies.

Um mich herum eine applaudierende Menschenmenge. Die letzten Vorschläge, die in das Dokument einfließen werden, wurden eben abgegeben. Nun wird sich die sogenannte "work-group" wieder mit ganzem Engagement an die Tasten setzen. Rückmeldungen wurden heute in einer Flut von Post-its eingebracht. Erst "Likes" und "Dislikes" bezogen auf die Themen und Absätze, dann konkrete Änderungen der Sätze und schließlich noch ganz emotional in Form von Hashtags, die dem Cover des Dokumentes dienen sollen.

Ehrlich gesagt bin ich im Moment noch voller Euphorie und Tatendrang. Am liebsten würde ich selbst weiter am Dokument arbeiten und formulieren. Es ist einfach erstaunlich, wie es gelingen kann, in ein einziges Dokument so vielfältige Lebenswelten, Herausforderungen, Kritiken und Wünsche zu packen. Im Großen und Ganzen bin ich positiv überrascht und zufrieden, wie sich die Vorsynode und das Dokument entwickelt haben. Nun steigt innerlich aber auch die Spannung, wie die Jugendlichen und jungen Menschen, die ich hier vertreten darf, auf das Ergebnis reagieren.

Konkret für Deutschland weiterdenken

Von der wirklich engagierten und überwältigenden Beteiligung per Facebook bin ich begeistert. Hier im Vatikan hat glaube ich niemand mit einer solch hohen Partizipation gerechnet. Dadurch konnten wir als junge Generation der Kirche aber zeigen, dass wir Interesse haben und auch bereit sind uns einzubringen. Wenn es gelingt diese wertvolle Stimmung bis zur Synode und danach aufrecht zu erhalten, können wir hoffentlich weiterdenken und konkret für Deutschland überlegen, was wir aus der Synode ziehen möchten.

Ich glaube, dass die Vorsynode ein erster Schritt ist und ich würde mir wünschen, dass es möglich ist, dieses Format oder die Beteiligung der jungen Menschen in irgendeiner Weise auf internationaler Ebene und vor allem im Dialog mit Anders- und Nicht-Gläubigen fortzuführen.

In einem Gespräch mit Weihbischof Johannes Wübbe, der einer der deutschen Synodenväter im Oktober sein wird, habe ich Hoffnung geschöpft und zumindest für Deutschland kann ich mir gut vorstellen, dass die Vorsynode ein Samenkorn ist, das noch weiter wachsen wird und hoffentlich Früchte tragen wird.

Von Magdalena Hartmann

Zur Autorin

Magdalena Hartmann ist Mitglied der Schönstattbewegung und bei der Vorsynode eine von zwei Jugendvertretern der Deutschen Bischofskonferenz.