Benedikt XVI. im Porträt
Bisher unveröffentlichter Text des emeritierten Papstes publiziert

Benedikt XVI.: Ohne Gott keine Menschenrechte

Papst - Ein bisher unbekannter Text von Benedikt XVI. steht kurz vor seiner Veröffentlichung. In ihm hat sich der emeritierte Papst mit der Begründung der Menschrechte beschäftigt - und Gott ins Spiel gebracht.

Vatikanstadt/Rom - 08.05.2018

In einem bisher unveröffentlichten Text hat Benedikt XVI. die Menschenrechte mit dem Glauben an Gott begründet. Der als Brief verfasste Artikel mit dem Titel "Wenn Gott nicht existiert, sind Menschenrechte sinnlos" wird am Freitag in einem Sammelband mit weiteren Schriften des emeritierten Papstes publiziert, schrieb der Vatikanjournalist Sandro Magister am Dienstag in seinem Blog "Settimo Cielo". Dort veröffentlichte Magister zudem vorab den Artikel aus dem Jahr 2014. In seinem Text kommentiert Benedikt XVI. die Etablierung der Menschenrechte im weltlichen und theologischen Denken in der zweiten Hälfte des vergangenen Jahrhunderts. Dabei nimmt er Bezug auf ein Buch des italienischen Philosophen und Politikers Marcello Pera zu diesem Thema.

Die Menschenrechtsidee sei eine Antwort auf die negativen Erfahrungen aus totalitären Diktaturen und Ideologien gewesen, so Ratzinger. Das Christentum verstehe den Menschen als ein Rechtssubjekt, doch ohne die Annahme der Existenz eines höheren Wesens, würden sich bestimmte Rechte gegenseitig verneinen. Wenn das Konzept der Menschenrechte vom Glauben an Gott getrennt würde, käme es zu einer "Zerstörung der Idee des Rechts und das führt notwendigerweise zum nihilistischen 'Recht' des Menschen, sich selbst zu verneinen: Abtreibung, Selbstmord und die Produktion von Menschen", so Benedikt.

Der Sammelband mit mehreren Schriften des emeritierten Papstes zum Thema Glaube und Politik trägt den Titel "Die Freiheit befreien" und wird in mehreren Sprachen gleichzeitig veröffentlicht. Er ist der zweite in einer Reihe von sieben Bänden mit Schriften Benedikts während verschiedener Stationen seines Lebens. Zum ersten wie auch zum bald veröffentlichten zweiten Band schrieb Papst Franziskus das Vorwort. Darin rief der Pontifex dazu auf, die "Familie zu verteidigen". Man müsse sich gegen eine Ideologie stellen, "die die fundamentale Gewissheit leugnet, dass der Mensch als Mann und Frau existiert, denen die Weitergabe des Lebens anvertraut ist". (rom)