Jesuit fordert "kulturelle Hilfe" für Muslime
Pater will Flüchtlingen christliche Werte vermitteln

Jesuit fordert "kulturelle Hilfe" für Muslime

Flüchtlinge - Muslimischen Flüchtlingen in Deutschland müssen die "christlichen Ideale" vermittelt werden, fordert Jesuit Samir Khalil Samir. Damit will er auch eine bestimmte Mentalität der Geflüchteten verändern.

Augsburg - 03.08.2018

Muslimische Flüchtlinge in Deutschland brauchen laut dem ägyptischen Jesuitenpater Samir Khalil Samir "kulturelle Hilfe". Materielle Unterstützung genüge nicht, sagte der 80-Jährige im Interview der im Augsburger Verlag Sankt Ulrich erscheinenden Wochenzeitungen "Neue Bildpost" und "Katholische SonntagsZeitung". "Das europäische und christliche Ideal muss ihnen vermittelt werden." Die Grundsätze Gleichheit zwischen allen Bürgern und Gleichstellung von Mann und Frau würden für alle gelten. Insbesondere müsse man "das Beste vermitteln, das wir haben: die wahre, absolute und universale Brüderlichkeit, wie sie uns das Evangelium gelehrt hat".

Samir ergänzte: "Jenen, die neu angekommen sind, muss mit mehr Verständnis begegnet werden, aber auch mit allen Anforderungen des Landes: nicht nur in der Öffentlichkeit, auch im Privatleben, im Verhalten zwischen Mann und Frau, zwischen Jungen und Mädchen." Es gehe darum, die Mentalität der Einwanderer zu ändern, "zu ihrem Besten - auch in der Hoffnung, dass sie es selbst denen beibringen, die in ihren Heimatländern geblieben sind, oder denen, die eines Tages zurückkehren werden".

Jesuit: Christen werden in Ägypten diskriminiert

Weiter erklärte der Pater, die tägliche Diskriminierung von Christen im Nahen Osten nehme zu. Über sein Heimatland Ägypten sagte er: "Es ist fast unmöglich für einen Christen, eine Führungsposition innerhalb der Verwaltung zu erlangen, mag er noch so hohe Verdienste haben. Die Situation verschlechtert sich immer weiter, weil die Zahl extremistischer fanatischer Elemente zunimmt." Religiöse Diskriminierung sei "Teil des islamischen Konzepts", so Samir. "Der Islam ist gleichzeitig ein gesellschaftliches und ein politisches Projekt, es umfasst sowohl religiöse als auch politische Dimensionen: Gesellschaftlich will der Islam die Menschen an die beduinischen Gebräuche gewöhnen, politisch will er eine vereinigte Gemeinschaft. Das ist das große Problem!" Europa müsse gegenüber der muslimischen Welt systematisch auf der absoluten Gleichbehandlung aller Menschen bestehen.

Samir ist Begründer des arabisch-christlichen Dokumentations- und Forschungszentrums CEDRAC in Libanons Hauptstadt Beirut und war lange Jahre Professor am Päpstlichen Orientalischen Institut in Rom. Vor zwei Wochen erhielt er für sein Lebenswerk den undotierten Sonderpreis der Stephanus-Stiftung für verfolgte Christen. (KNA)

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