Kurienkardinal spricht auf Jugendsynode

Sarah: Dürfen Kirchenlehre für junge Menschen nicht verwässern

Aktualisiert am 17.10.2018  –  Lesedauer: 
Kardinal Robert Sarah
Bild: © KNA

Vatikanstadt ‐ Jesus habe seine Anforderungen nie gesenkt – und das dürfe die Kirche auch nicht tun: Kardinal Robert Sarah erteilte auf der Jugendsynode möglichen Änderungen der Kirchenlehre eine Absage.

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Kurienkardinal Robert Sarah hat davor gewarnt, junge Menschen auf Kosten der Wahrheit in den Schoß der Kirche zu locken. Stattdessen sollten die Kirche und ihre Hirten "mutig das der katholischen Morallehre entsprechende christliche Ideal vorbringen, statt es zu verwässern", sagte der Präfekt der Gottesdienstkongregation am Dienstag bei der Jugendsynode in Rom. Nur weil einige junge Menschen mit der kirchlichen Lehre, auch im Bereich der Sexualität, nicht einverstanden seien, bedeute das nicht, dass sich diese Lehre ändern solle, betonte Sarah laut einem Bericht des "Catholic Herald".

Der Kardinal wies darauf hin, dass einige Jugendliche in Vorbereitung auf die Synode die Kirche gebeten hätten, nicht ausschließlich über sexuelle Beziehungen, Nichtdiskriminierung aufgrund der sexuellen Orientierung oder Gleichheit zwischen Männern und Frauen zu sprechen. Andere fordern dagegen, "nicht nur eine offene und unvoreingenommene Diskussion, sondern auch eine radikale Veränderung, eine echte Wende der Kirche in ihrer Lehre in diesen Bereichen". Junge Menschen seien idealistisch und wollten Klarheit, so Sarah weiter.

Nicht alle können Kirchenlehre teilen

Die Lehre der Kirche könne zwar nicht von allen geteilt werden, sagte der Kardinal. Aber niemand könne sagen, dass sie nicht eindeutig sei. Eine Gefahr sieht er jedoch darin, dass es "bei der Erklärung der Lehre einen Mangel an Klarheit seitens einiger Hirten" geben könne; dies mache "eine gründliche Gewissensprüfung" erforderlich. Auch "Jesus hat die Anforderungen seines Rufes nicht gesenkt" und die Kirche könne es ebenfalls nicht tun, so der Kardinal.

Robert Sarah ist seit 2014 Präfekt der Kongregation für den Gottesdienst und die Sakramentenordnung. Er gilt als konservativer Kirchenvertreter, der sich in jüngerer Vergangenheit unter anderem für die Mundkommunion im Knien, die Zelebrationsrichtung "ad orientem" und den Gebrauch der lateinischen Sprache in der Liturgie aussprach. (tmg)