Franziskus tauft 27 Kleinkinder in Sixtinischer Kapelle

Papst rät Eltern: Nicht vor den Kindern streiten

Aktualisiert am 13.01.2019  –  Lesedauer: 

Vatikanstadt ‐ 15 Mädchen und 12 Jungen empfingen am Sonntag vom Papst das Sakrament der Taufe. Franziskus nutzte die Feier, um auch den Eltern der Täuflinge etwas mit auf den Weg zu geben - für das Glaubensleben und den Alltag.

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Papst Franziskus rät Eltern, nie vor ihren Kindern zu streiten. Dass Paare sich stritten, sei normal; "es wäre ungewöhnlich, wenn es nicht so wäre", sagte Franziskus am Sonntag in der Sixtinischen Kapelle. "Aber macht es so, dass die Kinder es nicht hören, dass sie es nicht sehen - ihr kennt nicht die Angst, die ein Kind bekommt, wenn es die Eltern streiten sieht."

Franziskus äußerte sich in einem Gottesdienst zur Taufe von 27 Kleinkindern. Die Zeremonie unter Michelangelos berühmtem Fresko des "Jüngsten Gerichts" fand traditionsgemäß am Fest "Taufe des Herrn" statt. Bei den Täuflingen - 15 Mädchen und 12 Jungen - handelte es sich vor allem um Kinder von Vatikanangestellten. An der Feier nahmen auch 53 Taufpaten und rund 220 Angehörige teil.

Der Papst erinnerte auch an die Verantwortung der Eltern bei der Glaubensweitergabe. Es sei ihr gelebtes Beispiel, über das die Kinder gegenseitige Liebe, Frieden und die Gegenwart Jesu kennenlernten. Franziskus betonte, bevor die Kinder den Glauben im Religionsunterricht lernten, müsse er "im Dialekt der Familie" weitergegeben werden. Dabei komme es auf das persönliche Vorbild der Eltern an.

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Gemeinsam mit dem Papst feierten der für die Armenfürsorge zuständige Kardinal Konrad Krajewski und Kurienerzbischof Georg Gänswein die Messe. Ferner konzelebrierten der Präsident der Päpstlichen Diplomatenakademie Erzbischof Giampiero Gloder, der auch Vizekämmerer ist, sowie Bischof Fernando Vergez, Generalsekretär der Regierung des Vatikanstaates.

Johannes Paul II. (1978-2005) hatte die Zeremonie am Fest der Taufe des Herrn, die anfangs im Petersdom, in der Benediktionsaula oder in der päpstlichen Privatkapelle stattfand, 1994 in die berühmte Kapelle mit den Fresken Michelangelos verlegt. Benedikt XVI. (2005-2013) nahm die in den letzten Krankheitsjahren von Johannes Paul II. unterbrochene Tradition wieder auf. Seit 2014 taufte Papst Franziskus insgesamt 180 Kinder in der Sixtinischen Kapelle.

Der Terminkalender des Papstes sieht öffentliche Taufen zu zwei Anlässen im Jahr vor: In der Osternacht nimmt er erwachsene Taufbewerber aus dem Bistum Rom in die Kirche auf, am Fest "Taufe des Herrn" spendet er das Sakrament Kleinkindern. Daneben können weitere Taufen in der Hauskapelle des Papstes stattfinden, jedoch in privater Form. (bod/KNA)