Sanierung dauerte über ein Jahr

Nach Brandstiftung: Ravensburger Kirche St. Jodok öffnet wieder

Aktualisiert am 12.04.2019  –  Lesedauer: 

Ravensburg ‐ Vor einem Jahr stand die Ravensburger Kirche St. Jodok in Flammen. Der Brand richtete einen Schaden in Millionenhöhe an. Nach umfangreichen Sanierungsarbeiten kann die Gemeinde sehr bald wieder in ihr Gotteshaus.

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Die durch einen Großbrand schwer beschädigte Kirche St. Jodok in Ravensburg kann nach umfangreichen Sanierungsarbeiten wiedereröffnet werden. An Palmsonntag werde die katholische Gemeinde den ersten Gottesdienst im zudem umgestalteten Kirchenraum feiern, teilte die Pressestelle des Bistums Rottenburg-Stuttgart am Donnerstag mit.

Der Brand war am 10. März 2018 im vorderen Teil des linken Kirchenschiffs ausgebrochen. Als die Feuerwehr vor Ort eintraf, hatten die Flammen bereits auf die hölzerne Zwischendecke und den Dachstuhl übergegriffen. Mehr als 200 Feuerwehrleute brachten das Feuer schließlich unter Kontrolle. Für die Löscharbeiten musste auch das südliche Dach der Kirche geöffnet werden. Im September letzten Jahres verurteilte das Landgericht Ravensburg einen 40-jährigen Mann zu einer Haftstrafe von sieben Jahren und zwei Monaten. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass er den Brand in der Kirche gelegt hatte.

Neben den Schäden am Gebäude galt die Sorge der Verantwortlichen insbesondere den Kunstschätzen, die die 1385 geweihte Altstadtkirche beherbergt. Ein Großteil der Figuren und Gemälde konnte durch die Feuerwehr gerettet werden, doch wurden sie durch den Löschschaum beschädigt. Insgesamt entstand ein Schaden in Millionenhöhe. Die Kosten der Sanierung wurden von der Versicherung getragen.

Die Pfarrkirche St. Jodok in der Ravensburger Altstadt ist Heimat der katholischen Altstadtgemeinde und der Jugendkirche 'Joel'. Auch die kroatische Gemeinde Ravensburg nutzt das Gotteshaus. Im Rahmen der Sanierung erhielt die Kirche ein neues Raumkonzept. Die Kirchenbänke wurden aus dem Kirchenschiff geräumt. Stattdessen kann der Kirchenraum nun je nach Bedarf mit Stühlen ausgestattet werden. Das Projekt "Freiraum" in St. Jodok soll nun kirchlichen und kulturellen Kooperationen einen Ort bieten. (cst)