Papst nimmt Rücktritt von Bischof Zdarsa an
Bild: © KNA
Nachfolger steht noch nicht fest

Papst nimmt Rücktritt von Bischof Zdarsa an

Vor knapp einem Monat ist Bischof Konrad Zdarsa 75 Jahre alt geworden und hat dem Papst seinen Rücktritt angeboten. Heute teilte der Vatikan mit, dass Franziskus den Augsburger Oberhirten ab sofort in den Ruhestand versetzt hat.

Vatikanstadt - 04.07.2019

Papst Franziskus hat den altersbedingten Rücktritt von Augsburgs Bischof Konrad Zdarsa angenommen. Das teilte der Vatikan am Donnerstag mit. Ein Nachfolger wurde noch nicht bekanntgegeben. Der aus dem sächsischen Hainichen stammende Zdarsa war 2010 von seinem ersten Bischofsposten Görlitz nach Augsburg versetzt worden, um das von einer Führungskrise erschütterte bayerische Bistum wieder zu konsolidieren. Am 7. Juni vollendete Zdarsa sein 75. Lebensjahr; zu diesem Zeitpunkt müssen Bischöfe gemäß dem Kirchenrecht ihren Amtsverzicht anbieten.

Als dienstältester Weihbischof führt Anton Losinger (61) vorerst die Amtsgeschäfte des Bistums. In seiner Aufgabe als Dompropst muss Losinger binnen acht Tagen das Domkapitel zusammenrufen, das einen Diözesanadministrator wählt. Dieser leitet die Diözese übergangsweise in der bischofslosen Zeit (Sedisvakanz) bis zur Amtseinführung von Zdarsas Nachfolger. Zdarsa wird am Sonntagnachmittag feierlich verabschiedet und will danach in seine sächsische Heimat zurückgehen.

Zdarsa stand für konservativen Kurs

Zdarsa, als siebtes Kind seiner Eltern 1944 in der Kleinstadt Hainichen geboren, holte nach einer Ausbildung als Dreher das Abitur nach, studierte Theologie und wurde 1974 Priester. An der Päpstlichen Universität Gregoriana in Rom promovierte er in Kirchenrecht. Danach war er in zahlreichen Funktionen in Seelsorge und Bistumsleitung in seiner Heimatdiözese Dresden-Meißen tätig.

Innerhalb der Deutschen Bischofskonferenz stand Zdarsa für einen konservativen Kurs. Den Beschluss zu einem "synodalen Weg" für Kirchenreformen trug er nicht mit. Eine Öffnung kirchlicher Leitungsstrukturen und Ämter für Laienkatholiken bewertete er kritisch. "Der mögliche Missbrauch von vermeintlicher Macht wird doch nicht dadurch verhindert, dass man möglichst viele unterschiedslos daran zu beteiligen versucht", sagte er in seiner Pfingstpredigt Anfang Juni. (rom/KNA)