Elf Frauen und fünf Männer im Frauen-Forum beim "synodalen Weg"
Darunter drei Diözesanbischöfe

Elf Frauen und fünf Männer im Frauen-Forum beim "synodalen Weg"

Insgesamt vier Foren zu innerkirchlichen Brennpunktthemen sollen den "synodalen Weg" vorbereiten. Die Teilnehmer der ersten drei sind seit Juli bekannt. Jetzt ist auch klar, wer im vierten Forum "Frauen in Diensten und Ämtern der Kirche" sitzt.

Bonn - 26.08.2019

Elf Frauen und fünf Männer arbeiten mit im Forum "Frauen in Diensten und Ämtern der Kirche" zur Vorbereitung des Dialogs zur Zukunft der katholischen Kirche in Deutschland. Zu den fünf Männern gehören der Osnabrücker Bischof Franz-Josef Bode, der als Leiter der Frauenkommission der Deutschen Bischofskonferenz auch das Forum leitet, sowie Bischof Michael Gerber (Fulda) und Erzbischof Stefan Heße (Hamburg). Zu den elf Frauen gehören neben anderen Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU), die Professorinnen Birgit Aschmann (Berlin), Dorothea Sattler (Münster), Marianne Schlosser (Wien) und Agnes Wuckelt (Düsseldorf) sowie die Ordensoberinnen Scholastika Jurt (Koblenz) und Katharina Ganz (Zell am Main).

Die genaue Zusammensetzung ist einer Übersicht auf der Internetseite der Deutschen Bischofskonferenz zum "synodalen Weg" zu entnehmen. Dazu kommen Mitarbeiter der Bischofskonferenz und des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK). Ziel des "synodalen Wegs" ist es, nach dem Missbrauchsskandal verlorengegangenes Vertrauen zurückzugewinnen und "Antworten auf die Fragen der Zeit" zu geben.

Erstes großes Treffen für Frühjahr 2020 geplant

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, und ZdK-Präsident Thomas Sternberg hatten Anfang Juli einen ersten Fahrplan für den Reformdialog vorgestellt. Der Startschuss für die eigentlichen Reformgespräche soll Anfang Dezember zum Ersten Advent fallen. Das erste große Treffen ist für das Frühjahr 2020 geplant. Die Regeln wollen Bischofskonferenz und ZdK bis Herbst in einem Statut festlegen. Der Dialog ist zunächst auf zwei Jahre angelegt.

Die inhaltliche Vorbereitung übernehmen vier Foren unter der Leitung der Bischöfe Karl-Heinz Wiesemann (Speyer), Georg Bätzing (Limburg), Felix Genn (Münster) sowie Franz-Josef-Bode (Osnabrück). Darin geht es um die Themen Macht, Partizipation und Gewaltenteilung, kirchliche Sexualmoral, Lebensform der Priester und die Rolle der Frau. Die Besetzung der ersten drei Foren war bereits Mitte Juli veröffentlicht worden, das Frauen-Forum war zusätzlich eingerichtet worden.

Nach intensivem Ringen hatten die deutschen Bischöfe im Frühjahr 2019 einen "synodalen Weg" beschlossen. Er ist eine Reaktion der Kirche auf den Missbrauchsskandal, der eine Vertrauenskrise ausgelöst hatte, in der Rufe nach Reformen lauter wurden. Befürworter des Reformdialogs hoffen auf konkretere Ergebnisse als beim sogenannten Gesprächsprozess der Kirche in Deutschland von 2011 bis 2015. Kritiker warnen hingegen vor einem deutschen Sonderweg in der Weltkirche und verweisen darauf, dass Fragen wie die Weihe von Frauen die gesamtkirchliche Lehre betreffen und nicht national entschieden werden können. (tmg/KNA)