Thomas Gottschalk während seines Interviews auf dem "blauen Sofa" auf der Frankfurter Buchmesse am 16. Oktober 2015.
Was vor allem sein Onkel damit zu tun hat

Thomas Gottschalk: Bin nie vom katholischen Glauben abgefallen

Er zählt zu den bekanntesten Fernsehmoderatoren Deutschlands – und ist seit jeher überzeugter Katholik. Warum das besonders mit seinem Onkel zusammenhängt, schreibt Thomas Gottschalk in seinem neuen Buch.

München - 17.09.2019

In seinem aktuellen Buch "Herbstbunt" bekennt sich der Entertainer Thomas Gottschalk (69) zu seinem katholischen Glauben. Besonders prägend sei für ihn Onkel Hans gewesen, notiert er. Ein Priester und Freund der Familie, der sich nach dem frühen Tod von Gottschalks Vater um dessen Witwe und die drei Kinder kümmerte. Als der Vater starb, war Thomas als ältester der Geschwister 14 Jahre. "Dass ich bis heute nicht vom Glauben abgefallen bin", so Gottschalk, "liegt vielleicht auch daran, dass sich Onkel Hans niemals von mir verabschiedet hat, ohne mir mit dem Daumen ein Kreuz auf die Stirn zu zeichnen und zu murmeln: 'Und vergiss mir den Herrgott nicht.'"

Er habe auch nie Grund gehabt, anzunehmen, dass ihn der Herrgott vergessen habe, also habe er ihn auch nicht vergessen, schreibt der Entertainer. Er sei überzeugt, dass Onkel Hans im Himmel sei. Für ihn sei der Onkel ein Vorbild, "weil er einen Lebensweg hingelegt hat, dessen Geradlinigkeit mich fasziniert". Ein letztes Mal habe er den Onkel gesehen, als dieser im Sterben lag. Obwohl er schon auf die 50 Jahre zugegangen sei, habe der Priester in ihm sein "Jungele" erkannt: "Das Kreuz, das er mir auf die Stirn zeichnete, war schon sehr zittrig, aber vom 'Herrgott', dem er bereits ganz nahe war, hat er immer noch gemurmelt."

"Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben!"

In seiner Lebensbilanz setzt sich Gottschalk auch mit der Wahrheit als hohem Gut auseinander und zitiert in diesem Zusammenhang die Worte Jesu: "Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben!" Dagegen sei er nur ein Wurm im Erdenstaub, und "das gehört sich auch so". Es sei sicher die einfachere Entscheidung, sich durchs Leben zu mogeln, was er getan habe. Aber selbst der Aufrechte, so der Entertainer, finde sich am Ende des Weges vor der einen oder anderen "Lebenslüge". Nur der Heilige bestehe jede Versuchung, "und ich bin weder einer gewesen, noch habe ich in meinem Leben einen getroffen".

Gottschalk zählt zu den bekanntesten deutschen Fernsehmoderatoren, ist aber auch als Radiomoderator und Schauspieler aktiv. Auch über Deutschland hinaus erlangte er als Moderator der Fernsehshow "Wetten, dass..?" Berühmtheit. Zudem war er Stipendiat der katholischen Journalistenschule Institut zur Förderung publizistischen Nachwuchses (ifp). (tmg/KNA)