Entertainer wollte eigentlich Priester werden

Harald Schmidt betet gern in leeren Kirchen

Aktualisiert am 28.09.2019  –  Lesedauer: 

Bonn ‐ Er war Pfadfinder und hat die Ausbildung als C-Musiker: Harald Schmidt durchlebte eine katholische Jugend wie aus dem Bilderbuch. Heute hat er zwar Vorbehalte gegen die Amtskirche, seinen Glauben hat er aber nie verloren – und verriet jetzt sogar sein Lieblingsgebet.

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Der Entertainer Harald Schmidt (62) zieht sich zum Beten gern in leere Kirchen zurück. Nach einer sehr religiös geprägten Kindheit habe er nie den Bezug zur Kirche verloren, sagte er am Samstag der Tageszeitung "Mannheimer Morgen". Heute wie damals besuche er regelmäßig den Gottesdienst. Sein Lieblingsgebet sei das "Vater unser". Trotz aller Vorbehalte, die er gegen die Amtskirche habe, sei die Kirche in seinem Leben eine Konstante.

Pfadfinder und Kirchenmusiker

Schmidt sagte, er habe eigentlich Priester werden wollen. Mit Badetuch über der Schulter und Oblaten in der Hand habe er als Kind zu Hause den Pfarrer gespielt: "Heute weiß ich: Die Erfahrungen in der Gemeinde waren die Basis für meinen Beruf."

Der Entertainer wuchs in einer streng katholischen Familie auf und war als Junge unter anderem bei den Pfadfindern. Später wurde er nach einem Studium an der Kirchenmusikschule in Rottenburg am Neckar Kirchenmusiker mit C-Abschluss und wirkte als Organist in einer katholischen Kirchengemeinde.

Vor einigen Monaten hatte Schmidt sich auch in der Debatte um den Missbrauchsskandal zu Wort gemeldet und gesagt, er sorge sich um die Kirche. Die Aufarbeitung des Missbrauchsskandals sei desaströs. Davon fühlten sich auch viele eingefleischte Katholiken abgestoßen. "Die Kirche zerlegt sich sehr solide selbst", so Schmidt damals gegenüber der "Augsburger Allgemeinen".  (gho/KNA/epd)

Linktipp: Harald Schmidt: "Die Kirche zerlegt sich sehr solide selbst"

Die Aufarbeitung des Missbrauchsskandal seitens der Kirche sei "desaströs": Zu diesem Urteil kommt der katholische Entertainer Harald Schmidt. Er sieht darin auch einen Grund für die leeren Gottesdienste.