Eine Frau hält einen Luftballon mit der Aufschrift "Maria 2.0"
Rund 100 Teilnehmer

Maria 2.0 feiert Wortgottesdienst vor Berliner Hedwigs-Kathedrale

Auch Frauen sollten Priester werden können, lautete eine der Forderungen der Berliner Maria 2.0.-Gruppe. Es müsse eine geschlechtergerechte Kirche geben. Erzbischof Heiner Koch suchte den Dialog mit den Protestierenden.

Berlin - 03.11.2019

Mit einem Wortgottesdienst vor der Berliner Sankt-Hedwigs-Kathedrale haben am Sonntag knapp 100 Unterstützer der katholischen Frauenbewegung Maria 2.0 demonstriert. "Wir fordern, dass auch Frauen Priester werden können", sagte die frühere Ausländerbeauftragte des Berliner Senats, Barbara John, die auch Diözesanvorsitzende des Katholischen Deutschen Frauenbundes im Erzbistum Berlin ist. "Die Frauen in europäischen Ländern sind so weit." Die katholische Weltkirche könne sich durchaus an die regionale Situation anpassen.

Erzbischof Koch spricht mit Teilnehmerinnen

Die stellvertretende Sprecherin der katholischen Frauengemeinschaft, Angelika Plümpe, erinnerte daran, dass Frauen weltweit die Kirche am Leben erhielten. "Eine Kirche, die in den unterschiedlichsten Themen gehört werden will, muss geschlechtergerecht sein", sagte sie. Zu den Teilnehmern der Wortgottesfeier vor der im Umbau befindlichen Kathedrale gehörten auch der frühere Bundestagspräsident Wolfgang Thierse (SPD) und der Vorsitzende des Diözesanrats der Katholiken im Erzbistum Berlin, Bernd Streich.

Bei einem anschließenden Empfang im Kathedralforum richtete auch der katholische Erzbischof Heiner Koch einige Worte an die Teilnehmerinnen. Damit wolle er zeigen, dass es ihm wichtig sei, dass die Kirche beieinander bliebe, sagte Koch der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA).

Die bundesweite katholische Reformbewegung Maria 2.0 war im Januar 2019 in Münster gegründet worden. Damals hatten Frauen aus der Gemeinde Heilig Kreuz in einem offenen Brief an Papst Franziskus die Zulassung von Frauen zu allen Weiheämtern, die Aufhebung des Pflichtzölibats sowie die vollständige und transparente Aufklärung von Missbrauchsfällen in der katholischen Kirche gefordert. In Berlin fand der erste Gottesdienst von Maria 2.0 im Mai 2019 bei einer bundesweiten Aktionswoche statt. Damals nahmen rund 200 Personen teil. Anfang Oktober wurde eine zweite Aktionswoche von Maria 2.0 organisiert.

Zdarsa kritisierte Maria 2.0

Innerhalb der katholischen Kirche gibt es Zustimmung, aber auch Kritik an der Bewegung. So gründete sich etwa die Initiative Maria 1.0, die die Reformforderung der anderen Frauen verurteilt und nach eigenen Angaben zeigen will, dass es " Frauen gibt, die treu zur Lehre der Kirche halten". Während einige Würdenträger wie der Berliner Erzbischof mit Vertreterinnen von Maria 2.0 sprachen, kritisierten anderen die Initiative scharf. Der frühere Augsburger Bischof Konrad Zdarsa sagte, die Anliegen der Gruppe seien nicht im Sinne des katholischen Glaubens. (gho/KNA)