Trump wollte Megakirche bauen
Bild: © KNA
Zusammen mit seiner persönlichen Pastorin

Trump wollte Megakirche bauen

Der Trump Tower war wohl nicht genug: US-Präsident Donald Trump wollte eine Megakirche bauen. Beteiligt: seine persönliche Pastorin, die evangelikale Fernsehpredigerin Paula White-Cain. Sie berichtet, warum aus den Plänen (bislang) nichts wurde.

Washington - 05.11.2019

Donald Trump wollte eine Kirche bauen: Das behauptet die langjährige persönliche Pastorin des US-Präsidenten, die evangelikale Fernsehpredigerin Paula White-Cain, wie das Nachrichtenmagazin "The Washington Examiner" berichtete. 2006 soll Trump kurz davor gewesen sein, seine Pläne in die Tat umzusetzen, so White-Cain: Er habe sich um die Architekten gekümmert und wollte, dass White-Cain die Leitung der Kirche übernahm. "Er sagte: 'Lass uns das tun. Lass uns das bauen, bevor wir zu alt sind'", erklärte die Pastorin.

Es sollte demnach keine gewöhnliche Kirche werden: Trump und White-Cain schwebte eine "gläserne Kathedrale" vor – ganz ähnlich der ehemaligen "Crystal Cathedral" nahe Los Angeles, aus der bis 2013 wöchentlich der Fernsehgottesdienst "Hour of Power" gesendet wurde. Damals habe für White-Cain der Zeitpunkt jedoch nicht gepasst: Auf mehreren Fernsehsendern sei sie erfolgreich unterwegs gewesen und habe außerdem vor der Scheidung gestanden.

2012 hat das US-Bistum Orange in Kalifornien die evangelische Megachurch Crystal Cathedral gekauft. 2019 wurde die Kirche geweiht und zur Bischofskirche erhoben.

Von den Kirchenbauplänen berichtet White-Cain auch in ihrer im Oktober veröffentlichten Autobiografie "Something Greater" (Etwas Größeres). Sie habe die Ideen bis dahin für sich behalten, da sie "Teil eines Traums" gewesen seien. In letzter Zeit sei das Thema nicht mehr aufgekommen, doch die Pastorin deutete an, das Vorhaben vielleicht doch noch in die Tat umzusetzen: "Wer weiß, was Gott tun wird? Wer weiß, vielleicht bauen wir am Ende eine Kathedrale."

Kürzlich wurde bekannt, dass White-Cain Teil der von Trump 2018 gestarteten "Faith and Opportunity Initiative" wird. An der Spitze der Organisation möchte sie vor allem Evangelikale vor den Wahlen 2020 zusammenschweißen. Donald Trump zeigt sich bezüglich seiner eigenen Religiosität eher zurückhaltend. (mpl)