Gremium beschließt Papier "Klare Kante gegen Rechtsextremismus"

Diözesanrat: Keine Rechtspopulisten in kirchlichen Gremien dulden

Aktualisiert am 18.11.2019  –  Lesedauer: 

Freiburg ‐ Der Freiburger Diözesanrat hat sich für eine "klare Kante gegen Rechtsextremismus" ausgesprochen. Vor allem die Mitgliedschaft in rechtspopulistischen Organisationen solle Konsequenzen für die Mitarbeit in kirchlichen Gremien haben.

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Der Diözesanrat des Erzbistums Freiburg hat sich dafür ausgesprochen, keine Mitglieder rechtspopulistischer und rechtsextremer Parteien und Organisationen in kirchlichen Gremien zu dulden. "Eine Mitgliedschaft in rechtsradikalen bzw. autoritär nationalradikalen Parteien und Organisationen ist mit einer Mitwirkung in unseren Gremien nicht vereinbar", heißt es in einem am Samstag gefassten Beschluss der Vollversammlung des Diözesanrats mit dem Titel "Klare Kante gegen Rechtspopulismus".

Aufgrund der Überzeugung, dass in jedem Menschen das Abbild Gottes zu erkennen sei, habe man kein Verständnis für diejenigen, die Ausgrenzung, Intoleranz und eine gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit zu ihrem politischen Programm machten, die NS-Zeit verharmlosten, die Grenze des Sagbaren immer weiter hinausschöben oder bewusst Tabubrüche inszenierten. "Unsere Gemeinden bieten Räume des Dialogs und der Begegnung. Deswegen sagen wir Ja zu einem kritischen Dialog – auch mit Menschen, die rechtspopulistisch denken", so der Diözesanrat. Im Dialog sei "verstehen wollen" und "ernstnehmen" wichtig, jedoch nicht identisch mit Zustimmung.

Das Gremium, das Kirchengemeinden und Verbände des Erzbistums repräsentiert, beschloss, diese Haltung mit Blick auf die Pfarrgemeinderatswahlen im kommenden Jahr in einer Pressemitteilung und durch einen Brief an die noch amtierenden Pfarrgemeinderäte, Dekanatsräte und Wahlvorstände zu veröffentlichen. (stz)