Maria 2.0
Mediale Unterstützung für Frauen-Protestbewegung

Christliche Verlagsgruppe gründet neues Magazin "Maria 2.0"

Die Protestbewegung "Maria 2.0" bekommt ein eigenes Magazin. Die neue Zeitschrift soll künftig monatlich die Aktivitäten der Initiative begleiten und eine Möglichkeit zum Austausch und zur Vernetzung geben, so die Liborius Verlagsgruppe.

Hamm - 18.11.2019

Das Magazin zur Protestbewegung: Die  Liborius Verlagsgruppe bringt Ende November die neue Monatszeitschrift "Maria 2.0" auf den Markt. Das Magazin soll die gleichnamige Initiative katholischer Frauen bei ihren Aktivitäten begleiten und den Handelnden eine Möglichkeit zum Austausch und zur Vernetzung geben, teilte das christliche Medienunternehmen am Montag in Hamm mit. Die erste Ausgabe erscheine am 29. November und koste 2 Euro zuzüglich 40 Cent Versandkosten.

Magazin soll Zuspruch und Widerspruch abbilden

Die Verlagsgruppe greife mit der neuen Zeitschrift "nicht nur die reformerischen Aktivitäten der Bewegung auf, sondern ebenso ihre zustimmende Grundhaltung zur Kirche", erklärte Verleger Rudolf Thiemann. Dass der Initiative viel an der katholischen Kirche liege, werde durch "ihr Engagement und ihre beherzten Aktionen" vor den Kirchentüren deutlich. Die Herausgeberschaft der neuen Publikation haben den Angaben zufolge die beiden "Maria 2.0"-Mitbegründerinnen Lisa Kötter und Andrea Voß-Frick übernommen.

Wie die Verlagsgruppe weiter erklärte, soll das neue Magazin die "große positive Resonanz und den Zuspruch, die die Reformbewegung auch international erfährt" ebenso widerspiegeln wie den Widerspruch. Außerdem beleuchte "Maria 2.0" weitere Reformansätze innerhalb der Kirche. In der ersten Ausgabe äußert sich laut dem Medienunternehmen unter anderem die Vorsitzende der Katholischen Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd), Mechthild Heil, zu den Ergebnissen der Amazonas-Synode. Zudem erkläre die deutsch-schweizerische Theologin Jacqueline Straub ihren Wunsch, römisch-katholische Priesterin zu werden.

kfd: Frauenbewegung in der Kirche noch sicht- und hörbarer machen

Die kfd äußerte sich am Montag positiv über das neue Magazin. "Wir freuen uns über alles, was dabei hilft, die aktuelle Frauenbewegung in der katholischen Kirche noch sicht- und hörbarer zu machen", sagte die Vorsitzende Mechthild Heil gegenüber katholisch.de. Katholischen Frauen seien nur gemeinsam stark. "Es braucht viele im Schulterschluss, es braucht viele laute Stimmen, und es braucht vor allem den Mut, immer wieder neue Wege zu beschreiten", betonte sie. Das neue Magazin könne hierbei behilflich sein.

Die von Frauen getragene Protestbewegung "Maria 2.0" hatte sich Anfang des Jahres in Münster gegründet. Die Initiative fordert unter anderem die Zulassung von Frauen zu allen Weiheämtern, die Aufhebung des Pflichtzölibats sowie die vollständige und transparente Aufklärung von Missbrauchsfällen in der katholischen Kirche. In den vergangenen Monaten hat "Maria 2.0" mit verschiedenen Aktionen auf sich aufmerksam gemacht, unter anderem Mitte Mai mit einem "Kirchenstreik", bei dem Tausende Frauen aus katholischen Gemeinden in ganz Deutschland eine Woche lang ihre kirchlichen Ehrenämter ruhen ließen und kein Gotteshaus betraten. (stz)