Gänswein: Dragqueen Olivia Jones darf nur als Oliver zum Papst
Empfehlungsschreiben des Bischofs gewünscht

Gänswein: Dragqueen Olivia Jones darf nur als Oliver zum Papst

Darf Dragqueen Olivia Jones zum Papst? Nach einen Wort-zum-Sonntag-Auftritt war das ihr nächster Wunsch. Nun gibt es eine Antwort aus Rom – doch Kurienerzbischof Georg Gänswein hat keine guten Nachrichten.

Hamburg - 31.01.2020

Die Travestiekünstlerin Olivia Jones darf nicht in ihrer Rolle als Dragqueen zum Papst. Laut einem Schreiben von Kurienerzbischof Georg Gänswein, das der Bildzeitung vorliegt, sei eine "Teilnahme an der Generalaudienz als Künstlerfigur nicht möglich". Für eine eventuelle Begegnung mit dem Papst sollte ein Empfehlungsschreiben des Ortsbischofs vorgelegt werden. Zuständig wäre der Erzbischof von Hamburg Stefan Heße. Weitere Details oder gar eine Einladung spricht Gänswein, der als Präfekt des Päpstlichen Hauses unter anderem für die nichtliturgischen Zeremonien von Papst Franziskus zuständig ist, in dem Schreiben nicht aus.

Jones, mit bürgerlichem Namen Oliver Knöbel, hatte sich zum 50. Geburtstag im vergangenen Jahr eine Audienz beim Papst gewünscht. Das Management der Dragqueen sagte gegenüber "Bild", dass der Wunsch ernstgemeint sei und mehrere ungenannte "Institutionen und Personen" Unterstützung bei der Vermittlung eines Zusammentreffens mit dem Papst angekündigt hätten. Am liebsten wäre Jones eine "Gruppenaudienz mit der 'Olivia-Jones-Familie'", einer Gruppe verschiedener Travestie- und Kabarettkünstler.

Beim "Wort zum Sonntag" auf den Geschmack gekommen

Jones sei auf die Idee eines Papstbesuchs gekommen, nachdem sie 2016 anlässlich des Eurovision Song Contests 2016 gemeinsam mit der evangelischen Pastorin Annette Behnken beim "Wort zum Sonntag" aufgetreten ist: "Warum nicht mal Papst? Den Wunsch möchte ich mir im nächsten Jahr erfüllen", sagte sie 2019 gegenüber "Bild".

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Auf Anfrage von katholisch.de sagte die Dragqueen, sie wisse bereits genau, worüber sie mit Papst Franziskus sprechen würde: "Die Liste ist wirklich lang. Ich würde ihn vor allem fragen, warum Homosexualität und die Ehe für Alle im 21. Jahrhundert für die katholische Kirche immer noch so ein Problem ist und Frauen nach wie vor keine größere Rolle spielen." Auch der Papst persönlich als "Mensch mit einem wirklich einzigartigen Job" interessiere sie.

Nach eigenen Angaben ist Jones nicht Mitglied der katholischen Kirche, könne sich aber einen Eintritt vorstellen – wenn sich einiges ändern würde: "Wäre aber wirklich ein Wunder, wenn ich das noch erleben würde. Aber wer weiß: "Wunder zählen ja in gewisser Weise zu den Kernkompetenzen." Trotzdem schätze sie den Glauben. Er mache stark, und "an irgendwas muss man ja glauben". (fxn)