Ein AfD-Plakat vor einer Kirche
Partei widerspreche dem "Sendungsauftrag" der Kirche

Münsteraner Generalvikar: Keine Leitungspositionen für AfD-Mitglieder

Dürfen AfD-Mitglieder in der Kirche Leitungsaufgaben übernehmen? Im Bistum Münster nicht, sagt Generalvikar Klaus Winterkamp. Die Positionen der Partei seien mit dem kirchlichen Sendungsauftrag nicht vereinbar.

Haltern/Münster - 13.02.2020

Das Bistum Münster schließt kirchliche Leitungsaufgaben für AfD-Mitglieder aus. "Ich halte es für unmöglich, dass eine Leiterin einer Kindertageseinrichtung, ein Referent im Bischöflichen Generalvikariat oder ein Caritas-Geschäftsführer aktives AfD-Mitglied sein kann", erklärte Generalvikar Klaus Winterkamp laut einem Bericht des Münsteraner Online-Portals "Kirche-und-Leben.de" (Donnerstag). Er könne jedoch nicht sagen, ob eine derartige Unvereinbarkeit für alle kirchlichen Beschäftigungsverhältnisse gelten könne. Winterkamp äußerte sich vor Mitarbeitervertretungen karitativer und kirchlicher Einrichtungen in Haltern (Kreis Recklinghausen).

Der Generalvikar begründete seine Aussagen mit der nach seiner Ansicht demokratie- und menschenverachtenden Politik von Teilen der AfD. Ein aktives Eintreten für die AfD widerspricht laut Winterkamp den Grundwerten des christlichen Menschenbilds und damit dem "Sendungsauftrag" der Kirche. Dieser werde auch in der "Grundordnung des kirchlichen Dienstes im Rahmen kirchlicher Arbeitsverhältnisse" ausgeführt, die der Grundpfeiler für ein Anstellungsverhältnis in deutschen Diözesen ist. Ob seine Meinung auch vor einem Arbeitsgericht Bestand habe, könne er derzeit nicht sagen, so Winterkamp. Aktuell gebe es im Bistum Münster jedoch keine Personen in kirchlichen Leitungspositionen, die Mitglied bei der AfD sind.

Das Verhältnis zwischen der katholischen Kirche in Deutschland und der AfD gilt als belastet. Mehrere Bischöfe haben sich in der Vergangenheit klar gegen die rechtspopulistische Partei positioniert. Unter anderem sprach der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz (DBK), Kardinal Reinhard Marx, von "roten Linien" zwischen Kirche und AfD. Diese seien erreicht bei "Ausländerfeindlichkeit, Verunglimpfung anderer Religionsgemeinschaften, bei einer Überhöhung der eigenen Nation, bei Rassismus, Antisemitismus, bei Gleichgültigkeit gegenüber der Armut in der Welt". Vergangenen Sommer stellte die DBK ein Arbeitspapier zum kirchlichen Umgang mit Rechtspopulismus in Kirchengemeinden vor. (mal)