Bischof Bätzing bestürzt über Tod von Landesminister Schäfer
DBK-Vorsitzender lobt "hohen persönlichen Einsatz" des Verstorbenen

Bischof Bätzing bestürzt über Tod von Landesminister Schäfer

Der plötzliche Tod des hessischen Finanzministers Thomas Schäfer hat in ganz Deutschland große Bestürzung hervorgerufen. Auch der DBK-Vorsitzende Georg Bätzing zeigte sich betroffen. Nach eigener Aussage schätzte er den Verstorbenen sehr.

Limburg - 29.03.2020

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Georg Bätzing, hat sich traurig und fassungslos über den Tod des hessischen Finanzministers Thomas Schäfer (CDU) gezeigt. "Der Tod von Thomas Schäfer kommt überraschend und unvorhersehbar. Er trifft uns alle", sagte der Limburger Bischof am Sonntag. Schäfer habe mit Tatkraft und Charisma wichtige Projekte initiiert und stets mit hohem persönlichen Einsatz deren Umsetzung vorangetrieben.

"Als Bischof habe ich ihn in unseren Gesprächen mit der hessischen Landesregierung und in persönlichen Begegnungen sehr schätzen gelernt", sagte Bätzing weiter. Für ihn sei Schäfer immer ein besonnener, kompetenter, humorvoller und verlässlicher Gesprächspartner gewesen. Das Land Hessen und seine Bürger hätten von seiner Erfahrung, seiner hohen Kompetenz und seiner Weitsicht profitiert. Schäfer habe das Wohl der Menschen im Blick gehabt und sei den Kirchen sehr zugewandt gewesen. Seine Gebete und sein Mitgefühl seien nun bei Schäfers Familie, sagte Bätzing.

Wohl Zusammenhang von Schäfers Tod mit Sorgen um Corona-Krise

Auch Fuldas Bischof Michael Gerber reagierte bestürzt auf den Tod Schäfers und bekundete Dank für eine vertrauensvolle Zusammenarbeit in wichtigen Sachfragen. "Bis in die letzten Tage und damit gerade auch in der aktuellen Corona-Krise" habe sich der Minister engagiert gezeigt. "Unser Mitgefühl und unser Gebet gilt der Familie des Verstorbenen, die auf tragische Weise den Vater und Ehemann verloren hat", so Gerber. Er betonte, Schäfer habe sich mit großer Sachkompetenz, Charisma und Mut für das Land eingesetzt.

Der Mainzer Bischof Peter Kohlgraf würdigte Schäfer am Montag als zugewandten und aufgeschlossenen Gesprächspartner. Kohlgraf sagte, der Tod von Schäfer mache ihn traurig und fassungslos. Schäfer habe sich durch ausgeprägten Sachverstand und eine humorvolle Herzlichkeit ausgezeichnet. "In seinen Äußerungen war ihm anzumerken, dass er sich der mit seinem Amt verbundenen Verantwortung für das Gemeinwohl sehr bewusst war."

Schäfer beging nach Angaben von Polizei und Staatsanwaltschaft am Samstagvormittag offenbar Suizid. Die Leiche des 54-jährigen Politikers war an den Gleisen der ICE-Strecke in der Nähe von Hochheim im Main-Taunus-Kreis gefunden worden. Der hessische Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) reagierte auf Schäfers Tod "mit tiefer Trauer und großer Fassungslosigkeit".

Schäfers Suizid steht offenbar in Zusammenhang mit der Krise um das Coronavirus und die finanziellen Folgen. "Wir müssen heute davon ausgehen, dass er sich große Sorgen machte", so der sichtlich erschütterte Bouffier. Diese Sorgen hätten Schäfer erdrückt. "Er wusste offenbar keinen Ausweg, er war verzweifelt und ging von uns", fügte der hessische Regierungschef hinzu. Der CDU-Politiker wurde immer wieder als möglicher Nachfolger von Bouffier genannt. Schäfer hinterlässt seine Ehefrau und zwei Kinder. (rom/epd)

29.3., 17 Uhr: Ergänzt um Gerber. 30.3., 11:30 Uhr: Ergänzt um Kohlgraf. /tmg

Hilfe bei Suizidgedanken

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