Erster Priester im Bistum Augsburg an Corona gestorben
Ernannter Bischof Meier würdigt Verdienste des Ruhestandsgeistlichen

Erster Priester im Bistum Augsburg an Corona gestorben

Die Folgen des Coronavirus haben nun auch die Augsburger Priesterschaft erreicht: Ein Ruhestandsgeistlicher ist an einer Infektion verstorben. Der ernannte Bischof Bertram Meier zeigte sich von der Todesnachricht bestürzt.

Augsburg/Wasserburg - 03.04.2020

Im Bistum Augsburg ist erstmalig ein Priester dem Coronavirus zum Opfer gefallen. Wie die Diözese auf ihrer Internetseite mitteilte, verstarb der Ruhestandsgeistliche Johannes Netzer am Freitag im Alter von 76 Jahren an den Folgen einer Infektion. Netzer verbrachte seinen Ruhestand am Bodensee und half in der Seelsorge der Pfarreiengemeinschaft Wasserburg (Landkreis Lindau).

Der ernannte Augsburger Bischof Bertram Meier zeigte sich von der Todesnachricht bestürzt. "Nun hat Corona auch unser Presbyterium erreicht", sagte er in einem Nachruf. Netzer sei ein "physisch und psychisch kraftvoller Mensch" gewesen. "Doch dieser Krankheit musste er sich nun geschlagen geben." Meier habe ihn als Priester kennengelernt, der "ganz und gar vom Geist des Zweiten Vatikanischen Konzils geprägt war, das er als Student aus nächster Nähe erleben durfte". Diese Kirchenerfahrung habe Netzer bis zuletzt in sein Wirken eingebracht.

Johannes Netzer wurde 1943 in Lindenberg im Allgäu geboren und empfing 1968 die Priesterweihe in Rom. Im Anschluss daran war er für das Promotionsstudium freigestellt. Nach seiner Kaplanszeit in Gersthofen und Lindau wurde er 1978 zum Pfarrer in Benningen ernannt. Ab 1994 übernahm er die Pfarrstelle in Oberstaufen, wo er die Pfarreiengemeinschaft bis 2018 leitete.

Das Bistum teilte mit, dass die Beisetzung aufgrund der aktuellen Situation in der Corona-Krise im engsten Kreis stattfinden werde. Das Requiem für den Verstorbenen werde zu einem späteren Zeitpunkt nachgeholt. (mal)