Johannes Hartl: Darum geht es bei "Deutschland betet gemeinsam"
Zahlreiche Unterstützer für bundesweite Aktion – Söder ist Schirmherr

Johannes Hartl: Darum geht es bei "Deutschland betet gemeinsam"

Diesen Mittwoch ist eine bundesweite Online-Gebetsaktion geplant. Viele Prominente haben schon ihre Unterstützung zugesagt. Beteiligt ist auch das Gebetshaus Augsburg. Dessen Leiter Johannes Hartl erläutert das Ziel der Initiative.

Augsburg - 06.04.2020

Das Gebetshaus Augsburg will mit seiner Beteiligung an einer deutschlandweiten Gebetsaktion in der Corona-Krise ein Zeichen von Solidarität und Gemeinschaft setzen. "In einer Zeit von Hoffnungslosigkeit und Angst wollen wir Gelegenheit geben, Verbundenheit im Glauben zu spüren", sagte Gebetshaus-Leiter Johannes Hartl am Montag auf Anfrage von katholisch.de. Die Menschen seien in ihrer Glaubenspraxis momentan auf sich selbst zurückgeworfen. Doch gerade in einer Notsituation sei die Sehnsucht nach Gemeinschaft besonders groß. "Wir wollen mit dieser Aktion eine Chance bieten, im Gebet zusammenzukommen."

Mitbeten im TV oder per Livestream

Unter dem Titel "Deutschland betet gemeinsam" hat ein christliches Netzwerk für kommenden Mittwoch die Gebetsaktion initiiert. Das Gebetshaus Augsburg war dabei federführend. Zwischen 17 und 18:30 Uhr können die Teilnehmer über einen Livestream auf der Internetseite des Gebetshauses und im Fernsehen auf Bibel.tv miteinander beten. Dabei werden prominente Unterstützer zu Wort kommen und Gebete sprechen, erklärte Hartl. Grundsätzlich könne aber jeder, der den Livestream verfolge, so beten, wie er wolle.

"Eine Krise ist immer eine Situation, in der Menschen eine Chance haben, sich auf das Wesentliche zu besinnen", so der Gebetshaus-Leiter. Das werde auch an Statistiken deutlich, wonach Google-Anfragen für Begriffe wie "Gebet" oder "Prayer" zuletzt weltweit sprunghaft angestiegen seien. "In Notsituationen beten die Menschen mehr."

Johannes Hartl ist promovierter katholischer Theologe und Gründer des Augsburger Gebetshauses.

Die Initiative wird bislang von zahlreichen Vertretern aus Kirche, Politik und Gesellschaft unterstützt. Als Schirmherr hat laut Hartl der bayerische Ministerpräsident Markus Söder zugesagt. Von katholischer Seite sind unter anderem der ernannte Bischof von Augsburg, Bertram Meier, sowie die Oberhirten von Fulda und Passau, Michael Gerber und Stefan Oster, dabei. Auch Vertreter anderer Konfessionen nehmen an der Gebetsaktion teil, etwa der Metropolit der Rumänisch-Orthodoxen Kirche, Serafim Joanta, und der evangelische Regionalbischof von Augsburg, Axel Piper. Von jüdischer Seite wirken Zsolt Balla von der Orthodoxen Rabbinerkonferenz Deutschland und Max Privorozki, Landesvorsitzender der jüdischen Gemeinden in Sachsen-Anhalt und Vorsitzender der jüdischen Gemeinde Halle, mit. Zu den weiteren Unterstützern gehören unter anderem Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner sowie die Musiker Peter Maffay und Maite Kelly.

Der Termin von "Deutschland betet gemeinsam" fällt mit dem Beginn des Pessach-Festes zusammen, das die Juden von Mittwochabend an begehen. "Wir wollen damit bewusst ein Zeichen gegen Antisemitismus setzen", betonte Hartl. Die Begriffe Seuchen, Juden und Europa hätten in den vergangenen Jahrhunderten "eine unselige Verbindung" gehabt. "Das nehmen wir zusätzlich zum Anlass, um ein Signal der Verbundenheit zu senden." (mal)