Zwei deutsche Diözesen betrauen Frauen mit Leitungsaufgaben
In einem Bistum ist es eine Premiere

Zwei deutsche Diözesen betrauen Frauen mit Leitungsaufgaben

Die deutsche Bistumslandschaft wird immer weiblicher: Gleich zwei deutsche Diözesen gaben jetzt bekannt, dass sie Leitungsfunktionen an Frauen vergeben haben. In einem Bistum ist das sogar eine echte Premiere.

Würzburg/Augsburg - 07.04.2020

Immer mehr deutsche Diözesen setzen bei Leitungsaufgaben auf Frauen. In Augsburg übertrug der ernannte Bischof Bertram Meier am Montag der Pastoralreferentin Angelika Maucher (53) ab 1. Mai die Leitung des Seelsorgeamtes, das er zuvor selbst geführt hatte. In Würzburg übernimmt zeitgleich mit Christine Schrappe (58) eine promovierte Pastoraltheologin die Führung der neuen Hauptabteilung "Bildung und Kultur" im Ordinariat. Es ist nach Bistumsangaben das erste Mal, dass dort eine Frau eine adäquate Leitungsposition besetzt.

Meier: Zeichen für geschwisterliche Kirche

Maucher stammt aus Kempten, studierte Theologie, Sozialpädagogik und schloss ein Zusatzstudium in Pastoralpsychologie ab. Sie arbeitete zunächst in der Pfarr- und Klinikseelsorge, ab 2003 leitete sie den Fachbereich "Ausbildung und Personalgewinnung". Zugleich war sie als Gemeindeberaterin tätig. Zuletzt war Maucher auch beim Diözesancaritasverband für religiöse Bildung und Begleitung zuständig. Pastoralreferent Christian Öxler (45) arbeitet im Seelsorgeamt künftig als Mauchers Stellvertreter. "Dass eine Frau und ein Mann als Tandem fungieren, ist für mich ein Zeichen für eine geschwisterliche Kirche, in der wir gemeinsam Jesus, dem guten Hirten, dienen", begründete Meier seine Entscheidung. Beide hätten sich in der Führung hauptberuflicher Mitarbeiter bewährt und seien für ihn im Seelsorgeamt wichtige Stützen gewesen.

Schrappe ist seit 1986 im Bistum Würzburg tätig. Nach dem Theologie- und Pädagogik-Studium arbeitete sie als Pastoralreferentin. Sie war in der Fortbildung tätig und seit 2014 stellvertretende Leiterin der Hauptabteilung "Außerschulische Bildung". Ihre neue Hauptabteilung "Bildung und Kultur" ist eine Fusion der bisherigen Hauptabteilungen "Hochschule, Schule und Erziehung", "Außerschulische Bildung" sowie "Kunst". Ebenfalls mit Beginn des Monats Mai wird Diakon Martin Faatz (55) neuer Leiter der Hauptabteilung "Zentrale Aufgaben". Den Personalbereich verantwortet ab diesem Zeitpunkt Robert Hambitzer (55). Mit den Hauptabteilungen "Seelsorge", "Soziale und caritative Dienste" sowie "Finanzen und Immobilien" ist die Leitung des Bischöflichen Ordinariats somit komplett, hieß es vom Bistum. Die Gesamtleitung hat demnach Generalvikar Thomas Keßler. Die Zahl der Hauptabteilungen sank von neun auf nun sechs.

Bereits seit 1. Januar verfügt das Erzbistum München und Freising mit der promovierten Juristin Stephanie Herrmann (52) über eine Amtschefin in der Diözesanverwaltung. Die gebürtige Münchnerin Herrmann studierte Rechtswissenschaften an der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU). Nach der zweiten Juristischen Staatsprüfung arbeitete sie seit 1994 in der bayerischen Ministerialbürokratie, im Hochschulwesen und in der Geschäftsstelle der CSU-Landtagsfraktion. (tmg/KNA)