Bischof Jung ist Vorsitzender des Verbandsrats der deutschen Diözesen
Spitze für neu geschaffenes Gremium gewählt

Bischof Jung ist Vorsitzender des Verbandsrats der deutschen Diözesen

Bedeutende Personalentscheidung im Verband der Diözesen Deutschlands: Der im vergangenen Jahr neu geschaffene Verbandsrat hat nun mit Bischof Franz Jung einen Vorsitzenden. Seine Stellvertreterin stammt aus dem ZdK.

Bonn - 25.06.2020

Der Würzburger Bischof Franz Jung (54) ist Vorsitzender des sogenannten Verbandsrats des Verbandes der Diözesen Deutschlands (VDD). Wie die Deutsche Bischofskonferenz (DBK) mitteilte, wurde Jung am Donnerstag von den 18 stimmberechtigten Mitgliedern des Verbandsrats gewählt. Stellvertretende Vorsitzende ist demnach Hildegard Müller (52) vom Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK). Die Wahl des Vorsitzenden habe Corona-bedingt erst jetzt stattfinden können, hieß es.

Strukturreform im vergangenen Jahr

In einer Strukturreform hatten die deutschen Bischöfe im vergangenen Jahr mit dem VDD-Verbandsrat ein neues Gremium geschaffen. In dem zentralen Beratungs- und Entscheidungsorgan sitzen erstmals Bischöfe, Generalvikare, Finanzdirektoren und zwei vom ZdK entsandte Vertreter gleichberechtigt an einem Tisch. Zuvor gab es dafür getrennte Gremien. Der Verbandsrat soll die Zusammenarbeit zwischen VDD und den Kommissionen der DBK stärken, strategische Themen im Aufgabenbereich des Verbandes vorberaten, die Geschäftsführung bei der operativen Leitung des Verbandes unterstützen und die Arbeit der Kommissionen des Verbandes koordinieren.

Der VDD ist der Rechtsträger der DBK. In ihm sind seit 1968 die bundesweiten Aufgaben der katholischen Kirche gebündelt. Sein Etat speist sich weitgehend aus Zuweisungen der Bistümer aus Kirchensteuereinnahmen. Davon werden unter anderem Hilfswerke, Medienaktivitäten, die Auslandsseelsorge und das Sekretariat der Bischofskonferenz in Bonn finanziert. Außerdem koordiniert der Verband den Ausgleich innerkirchlicher Interessen, etwa bei der Verrechnung von Kirchensteuern.

Dem VDD-Verbandsrat gehören sieben Bischöfe an: neben Jung der Münchner Kardinal Reinhard Marx, der Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki, der Hamburger Erzbischof Stefan Heße, der Limburger Bischof und DBK-Vorsitzende Georg Bätzing, der Münsteraner Bischof Felix Genn und der Erfurter Bischof Ulrich Neymeyr. Hinzu kommen sechs Generalvikare: Michael Fuchs aus Regensburg, Alfons Hardt aus Paderborn, Manfred Kollig aus Berlin, Klaus Pfeffer aus Essen, Clemens Stroppel aus Rottenburg-Stuttgart und Andreas Sturm aus Speyer. Weitere Mitglieder sind die drei Finanzdirektoren Kirsten Straus aus Trier, Josef Sonnleitner aus Passau und Gerhard Stanke aus Fulda. Aus dem Katholiken-Komitee wurde neben Müller ZdK-Präsident Thomas Sternberg entsandt. Ohne Stimmrecht komplettieren als Berater VDD-Geschäftsführer Pater Hans Langendörfer und sein Stellvertreter Matthias Meyer den Verbandsrat. (tmg)