Ein Klingelschild mit der Aufschrift Wohnung Pfarrer und Haushaelterin
Steigende Zahl von Pfarrern hat keine Haushälterin mehr

Immer weniger Pfarrhaushälterinnen in Deutschland

Jeder Pfarrer hat eine fleißige Frau an seiner Seite, die ihm den Haushalt führt – dieses Klischee stimmt immer seltener. Denn die Zahl der Pfarrhaushälterinnen sinkt, auch wegen des Priestermangels.

Bonn - 08.08.2020

In Deutschland gibt es immer weniger Pfarrhaushälterinnen. Geschätzt arbeiteten momentan knapp 800 Menschen in Vollzeit in diesem Beruf, sagte Petra Leigers vom Bundesverband der Pfarrhaushälterinnen Deutschland der Deutschen Presse-Agentur am Samstag. In den 1970er Jahren habe es noch zehn Mal so viele gegeben. Die Zahl der Stellen nehme jedoch weiter ab.

In der Vergangenheit verrichteten oft weibliche Angehörige des jeweiligen Pfarrers die Hausarbeit, später ging der Job an Vollzeit-Angestellte. Seit zehn Jahren ist die Zahl der Vollzeitstellen in diesem Bereich stark gesunken, inzwischen sind in 70 Prozent der Pfarrhäuser nurmehr Teilzeit- oder 450-Euro-Kräfte beschäftigt. Immer mehr Pfarrer haben gar keine Haushälterin mehr. Grund für den Rückgang ist laut Leigers auch der Priestermangel.

Der Bundesverband setzt sich für gleichwertige Arbeitsbedingungen der Haushälterinnen deutschlandweit ein, etwa im Hinblick auf Bezahlung und Urlaubstage. Einen Tarifvertrag gibt es nämlich nur in einem Bundesland: Bayern. (cph)