Hunderte oder sogar Tausende Gräber vermutet

Katholische Mönchsgebeine in Westminster Abbey entdeckt

Aktualisiert am 26.08.2020  –  Lesedauer: 

London ‐ Eigentlich waren die Forscher auf der Suche nach einer mittelalterlichen Sakristei: Doch was sie im Boden der Londoner Westminster Abbey fanden, waren menschliche Gebeine – die katholischer Mönche. Vermutet werden dort noch viel mehr solcher Knochen.

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Archäologen haben in der Londoner Westminster Abbey die sterblichen Überreste katholischer Mönche entdeckt. Die Forscher machten den Fund an einer Stelle, die vor dem 13. Jahrhundert als Begräbnisstätte der Ordensmänner diente, wie das private katholische Mediennetzwerk CNA/EWTN am Dienstag berichtete. Eigentlich waren sie auf der Suche nach einer mittelalterlichen Sakristei.

Westminster Abbey, die als Hochzeits- und Begräbnisstätte englischer Könige bekannt ist, wurde um 960 von Benediktinern gegründet. Forscher rechnen mit Hunderten oder möglicherweise sogar Tausenden von Mönchsgräbern, wie der "Guardian" am Wochenende berichtete. Man müsse aufpassen, wohin man trete, da überall Spuren alter Gräber seien, sagte der Projektleiter und Chefarchäologe Chris Mayo der Zeitung.

Ziel: Mittelalterliche Sakristei freilegen

Das Grabungsprojekt in Westminster Abbey läuft seit Januar, um die Große Sakristei aus dem Mittelalter freizulegen. Anschließend solle dort ein neues Besucherzentrum errichtet werden. Die L-förmige Sakristei wurde 1251 erbaut, als König Heinrich III. den vollständigen Wiederaufbau der Kirche aus dem 11. Jahrhundert anordnete. Diese stammte aus der Regierungszeit von Edward dem Bekenner (1003-1066). Aufzeichnungen zufolge wurde in den 1380er Jahren ein zweites Stockwerk hinzugefügt.

Die Benediktiner wurden nach der Reformation aus der Abtei vertrieben. Sie kehrten während der Regierungszeit der katholischen Maria I. von England zurück, wurden aber unter Elisabeth I. wieder entfernt.

Das 15-köpfige Ausgrabungsteam will das Projekt bis Ende August abgeschlossen haben. Dann soll die Sakristei vollständig freigelegt sein, so dass Aufschlüsse über deren Baugeschichte sowie die entdeckten Funde möglich sind. (KNA)