Ab nächstem Jahr heißt sie "Junia"

kfd benennt Mitgliederzeitschrift "Frau und Mutter" um

Aktualisiert am 19.09.2020  –  Lesedauer: 
Titelseiten der "Frau und Mutter"
Bild: © kfd

Mainz ‐ Es ist ein historischer Schritt: Die Mitgliederzeitschrift der Katholischen Frauengemeinschaft Deutschlands, die seit fast 90 Jahren unter dem Titel "Frau und Mutter" erscheint, erhält einen neuen Namen. Dieser hat angesichts der Debatte um Ämter für Frauen in der Kirche besonderen Symbolcharakter.

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"Frau und Mutter", die Mitgliederzeitschrift der Katholischen Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd), erhält einen neuen Namen. Ab dem kommenden Jahr heißt sie "Junia", teilte der Verband am Samstag mit. Einem entsprechenden Antrag habe die kfd auf ihrer Bundesversammlung in Mainz einstimmig zugestimmt. "Wir gehen mit 'Junia' in die Zukunft und nehmen diesen Slogan selbstbewusst und gerne mit", sagte die Bundesvorsitzende Mechthild Heil. Der neue Titel symbolisierte die Verbindung von Tradition und Moderne. Auf die bisherige redaktionelle Wegstrecke der Zeitschrift mit "einigen Meilensteinen" könne die kfd stolz sein. "Mit 'Junia' kommt nun ein neuer und – wir sagen das voller Zuversicht – bedeutender hinzu", so Heil.

Der neue Name ist zurückzuführen auf eine Stelle im Römerbrief. Dort erwähnt Paulus eine gewisse Junia, die er als herausragend unter den Aposteln bezeichnet (vgl. Röm,16,7). Die Tradition machte sie allerdings zu einem Mann namens Junias. Erst 2016 wurde Junia offiziell in die neue Einheitsübersetzung der Bibel aufgenommen. Eine Arbeitsgruppe unter der Leitung von Agnes Wuckelt, stellvertretende Bundesvorsitzende, hatte sich im Vorfeld mit der Namensänderung beschäftigt. "Vor dem Hintergrund der gegenwärtigen Diskussion um die Zulassung von Frauen zu Ämtern und Diensten in der katholischen Kirche kommt dieser Namensänderung natürlich noch mal eine besondere Bedeutung zu, so Wuckelt.

"Stimme und Gesicht" für kfd

Der Name Junia klinge modern und unverbraucht, sei aber dennoch zeitlos, fügt die zuständige Chefredakteurin Jutta Laege hinzu: "'Junia' gibt der kfd und ihren Mitstreiter*innen auch eine Stimme und ein Gesicht." Der Name könne für die Anliegen der Frauen "Persönlichkeit und Wirkung" nach außen entfalten.

Bis zum Jahresende werde die "Frau und Mutter" wie gewohnt erscheinen, so die kfd. Ab 2021 werde die Publikation mit dem neuen Titel sowie in neuer Gestaltung und Form alle zwei Monate aufgelegt. Bislang erschien sie elf Mal jährlich. Die Mitgliederzeitschrift der kfd wurde 1909 unter dem Titel "Die Mutter" gegründet und erhielt 1931 den Namen "Frau und Mutter". (mal)