Papst Franziskus telefoniert mit gewähltem US-Präsidenten Joe Biden
Wunsch nach Zusammenarbeit

Papst Franziskus telefoniert mit gewähltem US-Präsidenten Joe Biden

Auch wenn es manche noch nicht wahrhaben wollen: Joe Biden hat die Wahl zum US-Präsidenten für sich entschieden. Jetzt telefonierte der erst zweite Katholik im Weißen Haus mit Papst Franziskus. Worüber die beiden sprachen.

Washington/Rom - 13.11.2020

Der gewählte US-Präsident Joe Biden hat nach Aussage seines Teams am Donnerstag in einem Telefonat mit Papst Franziskus den Wunsch nach Zusammenarbeit geäußert. Gleichzeitig habe sich der Politiker für die Segenswünsche des Kirchenoberhauptes bedankt sowie für dessen Einsatz für Frieden und Versöhnung in aller Welt.

"Auf der Grundlage eines gemeinsamen Glaubens..."

Biden habe betont, er würde gerne mit dem Papst und der Kirche zusammenarbeiten "auf der Grundlage eines gemeinsamen Glaubens an die Würde und Gleichheit der gesamten Menschheit". Das gelte für den Einsatz für Arme und Menschen am Rand, für die Bewältigung des Klimawandels sowie für die Aufnahme und Integration von Einwanderern und Flüchtlingen. Vatikansprecher Matteo Bruni bestätigte am Donnerstagabend nach Angaben der offiziellen Internetseite "Vatican News" entsprechende Berichte aus Bidens Umfeld. Die US-Bischofskonferenz hatte Biden bereits am Sonntag zur gewonnenen Präsidentschaftswahl gratuliert.

Joe Biden, der voraussichtlich am 20. Januar vereidigt werden soll, wäre nach Präsident John F. Kennedy der zweite Katholik, der ins Weiße Haus einzieht. Bislang jedoch hat der amtierende US-Präsident Donald Trump seine Wahlniederlage noch nicht eingestanden. Anwälte der Republikaner wollen Wahlergebnisse in einzelnen Bundesstaaten anfechten, was nach Ansicht vieler Experten aber aussichtslos ist.

Bisher hat der Vatikan noch nicht offiziell gratuliert, auch wenn Biden in Vatikan-Medien als "gewählter Präsident" bezeichnet wird. Eine offizielle Stellungnahme des Heiligen Stuhls wird in der Regel erst mit dem Amtsantritt erwartet, frühestens mit dem offiziellen Eingeständnis der Wahlniederlage Trumps. (tmg/KNA/epd)