Liga: TV-Aufnahmen machten Aussagen "ohne jeden Zweifel" hörbar

Fußball-Profi nach Gotteslästerung für ein Spiel gesperrt

Aktualisiert am 15.12.2020  –  Lesedauer: 

Rom ‐ Seine Frustbekundungen nach einem Eigentor wurden Bryan Cristante zum Verhängnis: Wegen blasphemischer Äußerungen sperrte ihn der italienische Verband für ein Erstligaspiel. Er ist nicht der erste Fußballer, der dafür belangt wird.

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Wurde Bryan Cristante ein Fluch zum Verhängnis? Der italienische Fußball-Nationalspieler ist wegen Gotteslästerung für ein Spiel der ersten Liga seines Heimatlandes gesperrt worden. Der 25-jährige Mittelfeldspieler von der AS Rom habe am Sonntag beim Auswärtsspiel gegen den FC Bologna "blasphemische Äußerungen getätigt", teilte die Serie A am Montag mit. Damit fehlt er dem Hauptstadtklub beim Heimspiel gegen den FC Turin am Donnerstag.

Der genaue Wortlaut wurde nicht zitiert. Die geahndete Aussage ist laut Liga durch die Fernsehaufnahmen "ohne jeden Zweifel erkennbar und hörbar" gewesen. Cristante hatte in der 23. Minute die Hereingabe eines Gegenspielers ins eigene Tor befördert und seinen Frust darüber kundgetan. Sportliche Folgen hatte das Eigentor kaum: Rom gewann das Spiel mit 5:1.

Seit 2010 unter Strafe

Der italienische Fußballverband stellt die Verunglimpfung des Namens Gottes während Fußballspielen seit 2010 unter Strafe. Vergangene Saison wurden die beiden Erstligaspieler Francesco Magnanelli von Sassuolo Calcio und Matteo Scozzarella von Parma Calcio jeweils mit einer Sperre belegt, nachdem ihnen mithilfe von TV-Bildern blasphemische Äußerungen nachgewiesen werden konnten. Genauso erging es 2018 Rolando Mandragora von Udinese Calcio.

In Italien gilt Blasphemie als Ordnungswidrigkeit. Paragraf 724 des Strafgesetzbuches sieht eine Geldstrafe für denjenigen vor, der Gott öffentlich beleidigt. (mal)