Früherer Münchner Generalvikar Robert Simon gestorben
Fast 20 Jahre an der Spitze des Erzbischöflichen Ordinariats

Früherer Münchner Generalvikar Robert Simon gestorben

Er stand fast zwei Jahrzehnte an der Spitze des Erzbischöflichen Ordinariats: Jetzt ist der frühere Münchner Generalvikar Robert Simon im Alter von 83 Jahren gestorben. Kardinal Reinhard Marx würdigt sein Wirken.

München - 04.01.2021

Der frühere Generalvikar der Erzdiözese München und Freising, Robert Simon, ist tot. Er starb im Alter von 83 Jahren am Samstagabend in einem Münchner Krankenhaus, wie das Erzbistum am Montag mitteilte. Der Geistliche war im November 1990 vom damaligen Münchner Erzbischof Friedrich Wetter zum Verwaltungschef des Bistums berufen worden. Simon übte dieses Amt bis 2009 aus. Zuletzt hatte er in einem Münchner Altenheim gelebt. Das Requiem für Simon findet am Montag, 11. Januar, im Münchner Liebfrauendom statt.

Kardinal Reinhard Marx würdigte den Verstorbenen als engagierten Mitarbeiter, der sein Amt auch in schwierigen Situationen in "treuer und loyaler Weise erfüllt" habe. Sein Dienst sei von großer Sachkenntnis und klarem Urteil geprägt gewesen. Als Mensch habe er sich durch seine "zugleich bodenständige und herzliche" Art ausgezeichnet. "Von den Beschäftigten im Ordinariat und in den Pfarreien wurden seine Verlässlichkeit, seine Offenheit und seine Klarheit geschätzt", sagte der Kardinal. Ihn selbst habe Simon zu Beginn seiner Amtszeit als Erzbischof durch sein "Mitdenken und Vertrautmachen mit den Themen in der Erzdiözese" sehr unterstützt. Ein Bischof brauche eine "funktionierende Verwaltung, damit kirchliches Wirken gut gelingen kann. Dabei kommt dem Generalvikar als Leiter der Verwaltung eine zentrale Stellung zu", erklärte Marx. "Robert Simon hat sich durch sein langjähriges Wirken um das Erzbistum sehr verdient gemacht."

Der 1937 in München geborene Simon wurde 1962 in Freising zum Priester geweiht und 1971 mit einer Arbeit zum Glaubensvollzug in der Kirche nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil (1962-1965) zum Doktor der Theologie promoviert. Schon ein Jahr später arbeitete er im Ordinariat, zunächst im Seelsorgereferat, wo er 1981 die Abteilung Bildung und Beratung übernahm. Der vom Zweiten Vatikanischen Konzil und der Würzburger Synode geprägte Kirchenmann war an der bundesweiten Etablierung des neuen Seelsorgeberufs Gemeindereferent beteiligt. Für sein Wirken erhielt er mehrfach Auszeichnungen, darunter den Bayerischen Verdienstorden und das Bundesverdienstkreuz. Papst Johannes Paul II. ehrte ihn 2002 mit der höchsten Prälatenwürde eines Apostolischen Protonotars. (tmg/KNA)