Kirche in Westfalen rät weiterhin von Präsenzgottesdiensten ab
Ein "Gebot der Vernunft", weiterhin auf Versammlungen zu verzichten

Kirche in Westfalen rät weiterhin von Präsenzgottesdiensten ab

Vor Weihnachten hatte die Evangelische Kirche in Westfalen mit ihrer Empfehlung aufhorchen lassen, auf Präsenzgottesdienste zu verzichten. Diese Handlungsempfehlung wurde nun verlängert. Es sei "ein Gebot der Vernunft", Menschen nicht zu gefährden.

Bielefeld - 09.01.2021

Die Evangelische Kirche von Westfalen hat ihre Gemeinden dazu aufgerufen, wegen der hohen Corona-Infektionszahlen auch weiterhin auf Präsenzgottesdienste und andere Versammlungen zu verzichten. Die westfälische Kirche halte "es angesichts der gegenwärtigen und deutlich veränderten Lage – trotz der bisher bewährten Schutzkonzepte – für ein Gebot der Vernunft, auf Versammlungen von Menschen weiterhin zu verzichten, um Menschen nicht zu gefährden", erklärte die viertgrößte deutsche Landeskirche am Freitag in Bielefeld.

Bis zunächst Ende des Monats sollten die 465 Kirchengemeinden weder in Kirchen oder Gemeindehäusern noch unter freiem Himmel Gottesdienste mit Besuchern feiern oder andere Versammlungen abhalten, hieß es. Viele Gemeinden böten Gottesdienste im Internet an. Darüber hinaus könnten Gottesdienste im Fernsehen und in den Programmen des Rundfunks mitgefeiert werden.

Gottesdienstverzicht bereits vor Weihnachten

"Wir empfehlen, die Möglichkeiten 'Offener Kirchen' als Angebote in den Kirchenkreisen und Kirchengemeinden in dieser Zeit in besonderer Weise zu nutzen" heißt es weiter in der Handlungsempfehlung. Bei der konkreten Umsetzung sei allerdings darauf zu achten, das die Kirchenöffnung nicht als ein reduzierter Gottesdienst mit verkürzter Liturgie umgesetzt werde. 

Die westfälische Kirche hatte ebenso wie die Lippische Landeskirche bereits vor Weihnachten ihre Gemeinden nachdrücklich aufgerufen, bis zum 10. Januar auf Gottesdienste zu verzichten. Darin erkenne die Evangelische Kirche von Westfalen – "im Respekt vor den Entscheidungen anderer Landeskirchen und Bistümer – zu diesem Weihnachtsfest unseren Auftrag, der Liebe Gottes zu den Menschen zu entsprechen", erkärte Präses Annette Kurschus im Dezember. Zahlreiche katholische Bistümer und evangelische Landeskirchen hatten an Präsenzgottesdiensten an Weihnachten festgehalten. (cbr/epd)