Ein Priester mit einer Schale voller Asche
Ohne persönliche Worte und berührungslos

Liturgiekongregation: Regeln für Aschenkreuz unter Pandemiebedingungen

Mitte Februar beginnt mit dem Aschermittwoch die Fastenzeit – Einschränkungen durch die Corona-Pandemie wird es auch in diesem Jahr geben. Für die Auflegung des Aschenkreuzes hat die Liturgiekongregation nun Hygieneregeln veröffentlicht.

Vatikanstadt - 12.01.2021

Die Auflegung der Asche am Aschermittwoch soll in diesem Jahr stumm und durch Aufstreuen erfolgen. Das geht aus einer am Dienstag veröffentlichten Note zur "Austeilung der Asche in der Zeit der Pandemie" der Liturgiekongregation hervor. In dem kurzen Schreiben heißt es, dass der Priester abweichend von der üblichen Abfolge die Formel "Kehrt um und glaubt an das Evangelium" oder "Bedenke, Mensch, dass du Staub bist und wieder zum Staub zurückkehren wirst" nur einmal nach der Segnung und Besprengung der Asche mit Weihwasser sprechen soll.

Vor der Austeilung hat der Priester die Hände zu reinigen und einen Mund-Nasen-Schutz anzulegen, heißt es in der Note weiter. Die Auflegung erfolgt daraufhin bei den einzelnen Gläubigen nicht durch das Zeichnen eines Kreuzes auf die Stirn, sondern durch Ausstreuen: "Der Priester nimmt die Asche und lässt sie auf das Haupt eines jeden fallen, ohne etwas zu sagen", so die Note.

Warnungen deutscher Bistümer

Schon vor der Corona-Pandemie gab es aus gesundheitlichen Gründen Richtlinien für das Aschenkreuz: 2019 warnten nach einigen Vorfällen mehrere deutsche Bistümer vor Verletzungen durch nicht sachgemäß gesegnete Asche. Wird die Asche mit Wasser angerührt, kann es zu chemischen Reaktionen kommen, bei der eine ätzende Substanz entsteht. Das im Ritus vorgesehene Besprenkeln mit Weihwasser ist gefahrlos möglich, nur die Herstellung einer teigartigen Asche-Wasser-Mischung kann zu der gefährlichen Reaktion führen.

Mit dem Aschermittwoch beginnt die Fastenzeit in Vorbereitung auf Ostern. Er ist neben dem Karfreitag einer von zwei strengen Fast- und Abstinenztagen im Kirchenjahr. Das Auflegen der gesegneten Asche, die aus den verbrannten Zweigen vom Palmsonntag des Vorjahres besteht, ist ein Zeichen der Buße und kann im Normalfall durch Ausstreuen auf den Kopf oder das Zeichnen eines Kreuzes auf die Stirn erfolgen. In der Messe tritt das Ritual an die Stelle des Schuldbekenntnisses. Eine Austeilung ist auch im Rahmen eines Wortgottesdienstes möglich. In den vergangenen Jahren haben einige Seelsorger zudem kreative Formen der Spendung des Aschenkreuzes im öffentlichen Raum entwickelt. (fxn)